"Nutzlosigkeit und Versagen": Kommission in USA kritisiert Handeln bei Hurrikan Katrina

Warnungen seien in den Wind geschlagen worden

Eine Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses hat eine vernichtende Bilanz der behördlichen Reaktion auf den Hurrikan "Katrina" gezogen. Warnungen seien in den Wind geschlagen worden, schlechte Planung und Apathie hätten vom Weißen Haus bis hin zu den offiziellen Stellen an Ort und Stelle zu einer schleppenden Reaktion auf die Naturkatastrophe geführt, heißt es in dem 600-seitigen Bericht der Kommission, der der Nachrichtenagentur AP vorlag. Das Vorgehen sei von "Nutzlosigkeit, Versagen und organisatorischer Lähmung" geprägt gewesen.

Verspätete Evakuierungsbefehle staatlicher und örtlicher Stellen seien auf untrainierte und unerfahrene Katastrophenhelfer der Bundesbehörden getroffen. US-Präsident George W. Bush sei schlecht und unvollständig über die Krise an der Golfküste informiert worden. "Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass 'Katrina' ein nationales Versagen dargestellt hat, eine Abkehr von der ernsten Verpflichtung, für das Gemeinwohl zu sorgen", heißt es in dem Bericht des von Bushs Republikanern beherrschten Abgeordnetenhauses. Es habe sich um ein Versagen auf allen Ebenen gehandelt.

Heimatschutzminister Michael Chertoff wurde kritisiert, weil er seine Pflichten "entweder spät, ineffektiv oder gar nicht" erfüllt habe. Unter anderem sei er einem speziell für derartige Katastrophen erstellten Reaktionsplan nicht gefolgt. Hätte Chertoff rascher gehandelt, wäre schneller Hilfe geleistet worden, heißt es in dem Bericht.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Trent Duffy, wies in einer Reaktion am Sonntagabend darauf hin, dass Bush vollständig und engagiert in die Krisenbewältigung eingebunden gewesen sei. Der Präsident habe "Katrina" noch vor dessen Eintreffen zur Katastrophe erklärt und die Menschen persönlich aufgefordert, die Region zu verlassen. "Er war sich der Gefahr des Sturms und der Bedrohung völlig bewusst", sagte Duffy.

Die Untersuchungskommission wurde von dem republikanischen Abgeordneten Tom Davis geleitet. Die meisten Demokraten boykottierten den Ausschuss. Sie forderten eine unabhängige Untersuchung. Die Behörden waren wegen verspäteten und schlechten Krisenmanagements in die Kritik geraten.

Weite Teile von New Orleans wurden nach dem Durchzug des Hurrikans überflutet. An den Folgen von Hurrikan "Katrina" und der Flutkatastrophe in New Orleans sind im US-Bundesstaat Louisiana rund 1000 Menschen ums Leben gekommen
(apa)