Nur Kochen & Braten schützt: H5N1-Virus bei Kälte bis zu vier Monate überlebensfähig!

Minusgrade & Feuchtigkeit kommen Erreger entgegen

Das für den Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 fühlt sich bei Minusgraden besonders wohl. "Je niedriger die Temperatur und je feuchter das Milieu desto besser überlebt er", erklärte Michael Hess von der Klinik für Geflügel der Veterinärmedizinischen Universität Wien der APA. Zwei bis vier Monate würde er bei minus fünf bis minus zehn Grad etwa im Kot infizierter Vögel bestehen. Gegen Hitze und Trockenheit ist der Erreger jedoch nicht resistent: Kochen und Braten tötet ihn in Geflügelfleisch ab.

Immer wieder wird von Experten darauf hingewiesen, dass der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern keinerlei Gefahr darstellt. "Bei ausreichendem Kochen und Braten erreicht man auf jeden Fall Temperaturen, die H5N1 unschädlich machen", meinte der Universitätsprofessor. "Über 56 Grad wird der Virus geschädigt, über 70 Grad abgetötet", erklärte Hess. Einfrieren hingegen tötet den Erreger nicht ab.

Dass sich das Vogelgrippe-Virus im Inneren eines Eies befindet, sei "ausgesprochen unwahrscheinlich". Bei Eiern könnten sich maximal Kotreste auf der Schale befinden. "Die Erreger werden jedoch beim Kochen im Wasser abgetötet", so Hess. Bis dato sei H5N1 in Österreich außerdem erst in einem Schwan und nicht in Hausgeflügel festgestellt worden, unterstrich der Experte.

"Den Kontakt zu Wasservögeln sollte man erst einmal unterlassen", meinte er. Auch Vogelfütterung solle derzeit eingestellt werden. Nach dem Kontakt zu toten Tieren schützen hygienische Vorkehrungen: "Die Hände mit Desinfektionsmittel waschen", riet der Veterinärmediziner. Kinder nicht mehr im Freien spielen zu lassen, sei jedoch "übertrieben".

Auch Gesundheitsministerin Rauch-Kallat warnte vor dem Kontakt mit totem Wildgeflügel: "Prinzipiell ist es auch sinnvoll, Abstand zu Wasservögeln zu halten". Von Tauben hingegen sei kein Risiko zu erwarten, sagte Ulrich Herzog, Leiter des Fachbereiches Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium. Ebenso wenig sei eine Ansteckung über Hunde und Katzen möglich, die gegebenenfalls mit Geflügel in Berührung gekommen sind. (apa/red)