"Nur" 77.252 Babys: Geburten in Österreich sind 2005 wieder leicht zurückgegangen

Zahl der unehelich geborenen Kinder steigt leicht an Derzember war Monat mit dem größten Baby-Minus

Nach einem Anstieg der Geburten im Jahr 2004 sind im vergangenen Jahr in Österreich wieder weniger Babys zur Welt gekommen. Die vorläufige Zahl der 2005 lebend geborenen Kinder war mit 77.252 um 739 ( 0,9 Prozent bzw. schalttagsbereinigt 0,7 Prozent) niedriger als im Vergleichszeitraum zuvor, berichtete die Statistik Austria.

Von 2004 auf 2005 stieg die Zahl der unehelich geborenen Kinder in Österreich von 27.964 auf 28.182 (plus 0,8 Prozent) leicht an, während die der ehelich Geborenen um 1,9 Prozent von 50.027 auf 49.070 zurückging. Damit kletterte die Unehelichenquote im Zwölfmonatsabstand weiter von 35,9 Prozent auf 36,5 Prozent.

Das Monat mit dem größten Minus war der Dezember. Hier kamen bundesweit um 3,6 Prozent weniger Kinder zur Welt als im Vergleichzeitraum 2004. Die Monate mit dem deutlichsten Geburtenplus gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum waren im Jahr 2005 Mai (plus 8,2 Prozent) und Oktober (plus sieben Prozent).

Die Geburtenstatistik aufgeschlüsselt nach Bundesländern:

Burgenland 2.177 -1,1
Kärnten 4.792 -0,1
Niederösterreich 14.057 -0,9
Oberösterreich 13.485 -2,2
Salzburg 5.243 0,8
Steiermark 10.299 -0,3
Tirol 6.879 -1,5
Vorarlberg 3.978 -1,5
Wien 16.342 -0,8
Österreich 77.252 -0,9

SPÖ sieht sich bestätigt
Die SPÖ sieht sich durch die Studie in ihrer Kritik am Kurs der Regierung bestätigt. Ohne Perspektiven auf einen Arbeitsplatz würden Jugendliche auch keine Kinder planen. Daran ändern auch "zeitbegrenzte finanzielle Anreize nichts", meine SPÖ-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy in einer Aussendung. Der Sozialministerium verteidigte seinerseits das von der SPÖ und den Studienautoren kritisierte Kindergeld.

"McJobs, Scheinselbstständigkeit und schlecht abgesicherte Beschäftigungsformen sind kein Fundament für Zukunftsplanung", so Silhavy. Die Unflexibilität beim Kinderbetreuungsgeld verschärfe diese Situation noch. Silhavy erneuerte die SPÖ-Forderung nach einer variablen Bezugsdauer des Kindergeld, die Höhe der Leistung soll sich nach der Bezugsdauer anpassen. Die präsentierte Studie bestätige, dass das derzeitige Kindergeld-Modell eine Art "Zurück-an-den-Herd"-Einstellung fördern würde.

Das Sozialministerium ließ diese Kritik nicht gelten. In Österreich sei seit der Einführung des Kinderbetreuungsgeld die Vereinbarkeit von Familie und Beruf massiv gestärkt worden. 49 Prozent der Bezieher seien in ihrem letzten Bezugsjahr über der Geringfügigkeitsgrenze beschäftigt. "Das heißt jede zweite Bezieherin steigt schon vor Auslaufen der Bezugsdauer wieder ins Erwerbsleben ein", so das Sozialministerium. Außerdem ortete das Ressort eine Trendumkehr bei den "Dritt- und Viert-Geburten".
(apa/red)