NEWS: Wichtige Vorentscheidung im Justizfall rund um Libro ist gefallen

Keine Geschädigten in der Causa gegen Rettberg BA-CA zieht sich aus dem Prozess endgültig zurück

Eine wichtige Vorentscheidung ist im Justizfall des früheren Libro-Chefs André Rettberg gefallen, berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Die Bank Austria Creditanstalt hat sich, wie NEWS in Erfahrung bringen konnte, als einzig verbliebene, mögliche Geschädigte aus dem Prozess endgültig zurückgezogen. Damit steht nun fest, dass es bei der Lösung von Rettbergs Privatschulden im Ausmaß von ca. 6,6 Millionen Euro, um die es in diesem unter Experten umstrittenen Prozess gehen wird, keinen Schaden gibt.

Rettberg zeigt sich im Gespräch mit NEWS erleichtert: "Die Bank hat alle Umstände 18 Monate lang eingehend geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass ich sie nicht geschädigt habe. Das beruhigt mich sehr", so Rettberg zu NEWS. Der frühere Libro-Chef rechnet mit einem Freispruch: "Wenn es mit rechten Dingen zugeht, und ich glaube weiterhin an die österreichische Justiz, habe ich keinen Grund zur Sorge. Strafrechtlich habe ich mir nichts vorzuwerfen", betont Rettberg im NEWS-Interview.

Der frühere Topmanager und seine beiden Wirtschaftsanwälte sollen sich noch in diesem Frühjahr vor Gericht wegen "versuchter betrügerischer Krida" verantworten. Hintergrund ist eine Konstruktion, bei der Rettberg seinen letzten großen Vermögenswert dem Unternehmen Esposa übertragen hat, das dafür seine finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten regelt. Im Jahr 2003 schloss die Esposa mit der BA-CA, bei der Rettberg bzw. seine Privatstiftung 2001 Schulden in der Höhe von rund 5,2 Millionen Euro zum Ankauf von Libro-Aktien gemacht hatten, einen Vergleich. Die Ermittler dürften der BA-CA jedoch Hoffnungen gemacht haben, verstecktes Geld zu finden. Darauf wurde der Vergleich gekündigt, Klagen folgten. Nun, da klar ist, dass es die erhofften, versteckten Vermögenswerte nicht gibt, hat die Bank den Vergleich aus 2003 wieder aufleben lassen und zieht sich endgültig aus dem Prozess zurück.

Die Causa hatte für großes Aufsehen gesorgt, weil die beiden Wirtschaftsanwälte im Zuge der Ermittlungen im Februar 2004 für fünf Wochen inhaftiert wurden. Rettberg, der erfolglos per internationalem Haftbefehl gesucht wurde, war für knapp eineinhalb Jahre verschwunden, bevor er im vergangenen Juni unter Begleitung eines NEWS-Reporterteams unter freiem Geleit nach Österreich zurückkehrte.

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