NEWS-Wahlkampf-Duell brutal: Gusenbauer und Grasser rechnen miteinander ab

Finanzminister Karl-Heinz Grasser und SP-Boss Alfred Gusenbauer erstmals zum Polit-Duell an einem Tisch

NEWS-Wahlkampf-Duell brutal: Gusenbauer und Grasser rechnen miteinander ab

Der Kampf um die Post-Privatisierung, der Streit um die Budgetpolitik und wie gut Österreich wirklich dasteht.

NEWS: Am Donnerstag protestiert die Post-Gewerkschaft vor dem Finanzministerium. Werden Sie die Gewerkschafter empfangen?
Grasser: Ich mache das sehr oft und sehr gerne, weil es uns ein Anliegen ist, eine faire Lösung mit den Mitarbeitern zum Wohle des Unternehmens zustande zu bringen. Ich habe bereits mehrere Gespräche mit der Gewerkschaft geführt, weil ich der Überzeugung bin, dass der Börsengang die beste Lösung für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und für die Republik ist.
NEWS: Können Sie sich eine Verschiebung des Börsengangs vorstellen?
Grasser: Faktum ist, dass bereits 1996 beschlossen worden ist, das Unternehmen PTA an die Börse zu bringen. Ein Beschluss, der damals von Alfred Gusenbauer und Fritz Verzetnitsch mitgefasst worden ist. Ein Beschluss, der 1998 noch einmal getroffen worden ist, ebenfalls von einem sozialdemokratischen Finanzminister. Damals hat die Gewerkschaft nicht von Streik gesprochen. Ich halte es aber für richtig, über berechtigte Anliegen von Mitarbeitern zu diskutieren. Wir wollen einen gemeinsamen Erfolg. Daher werden wir Mitarbeiteraktien anbieten. Wir wollen der Post Wachstumschancen geben. Alle Experten plädieren für einen Börsengang.
Gusenbauer: Nicht alles, was man sagt, ist ein Argument. Denn die Wahrheit ist, dass sowohl 1996 als auch 1998 von einem integrierten Unternehmen ausgegangen wurde, nämlich Post und Telekom zusammen. Dann hat man sich dazu entschlossen, die Strategie zu ändern und zu sagen, es ist bedeutend besser, Post und Telekom zu trennen und die Post im öffentlichen Eigentum zu belassen. Ich bin der Meinung, man sollte sich jetzt an erfolgreichen österreichischen Privatunternehmen orientieren, egal ob das Raiffeisen oder die Wiener Städtische ist. Die gehen nämlich an die Börse, um sich auf dem Kapitalmarkt jenes Geld zu holen, das sie brauchen, um ihre weitere Expansion finanzieren zu können. Und dagegen gäbe es ja im Prinzip auch bei der Post nichts zu sagen. Das setzt aber voraus, dass die Einnahmen aus dem Börsengang bei der Post verbleiben. Was jetzt aber nicht der Fall ist.

Das ganze Polit-Duell lesen Sie im neuen NEWS!