NEWS-Redakteur Walter Pohl zum Thema 'Superstar-Gagen'

NEWS-Redakteur Walter Pohl zum Thema 'Superstar-Gagen' © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

Man kann ja zu Alfons Haider stehen, wie man will. Die einen halten ihn für den „Peter Alexander der Neuzeit“, die anderen für einen „Schleimer“ (© Michael Jeannée). Wer Letzteres von sich gibt, ist gemeinhin kein wirklicher Aficionado des Multi-Entertainers und daher wohl auch kein Freund der „Haider-Festspiele“ im ORF. Jedoch: Opernball, „Dancing Stars“ und so weiter sind zum Leidwesen der Kritikkritzler halt auch die letzten verbliebenen Quotenbringer des Staatsfernsehens.

Nunmehr werden Alfons & Co wegen ihrer Supergagen, die sie von den finanzmaroden Küniglbergern ausgehändigt bekommen, heftig angegriffen: 70.000 Euro für die Moderation der „Dancing Stars“ sollen an Weichselbraun und Haider gehen, in alter Währung immerhin eine runde Million Schilling für ein paar Wochen Gequatsche vor der Kamera zwischen Paso Doble und Walzer. Immerhin noch erkleckliche 20.000 Euro habe man an Armin Assinger für seine Gastmoderationen im Rahmen der Ski-WM in Val d’Isère gelöhnt. Und Barbara Rett, so vermeldet der Boulevard mit sozialneidischem Schaum vor dem Mund, bekomme 10.000 Euro für ihre Co-Moderation am Opernball 2009.

Natürlich, der ORF ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, wird von Steuer- und Gebührenzahlern am Leben erhalten. Und er hat daher auf eine ausgewogene und verträgliche Finanzgebarung zu achten. Jetzt aber, wo quasi fast schon der Kuckuck ruft, ist es ein Leichtes, bei den Gagen der „Superstars“ mit der Kritik anzusetzen. Und ziemlich verlogen. Denn immerhin sind es Alfons, Mirjam, Armin, Barbara & Co, die für Topquoten sorgen, während die nicht minder hochbezahlten „Denker“ vom Küniglberg einen Flop nach dem anderen produzieren. Und höchst fruchtbare Formate wie etwa „Vera exklusiv“ böswillig in den Sonntagnachmittag verräumt haben. Wenn es irgendwann einmal nur noch einen ORF-Info-Kanal geben und die „Unterhaltung“ ausschließlich von privaten Sendern abgedeckt wird, möge man sich noch einmal erinnern an das Bashing genuiner Superstars. Und, zum Abschluss, ganz nebenbei: Es ist auch ein Service, für den es zu zahlen lohnt, wenn man sich „Gorillas im Nebel“ ohne Werbepausen reinziehen kann. Aber dafür ist es wahrscheinlich ohnehin längst zu spät …