NEWS: Geschah Raketen-Anschlag auf Bordell mit Waffe aus einem Kriegsbunker?

Kripobeamte befürchten Eskalation der Gewalt 50.000 € Prämie für Ergreifung der Tätert ausgesetzt

Ein klaffendes Loch an der Außenmauer und ein zerstörtes Fenster. Dazu eine Waffe, wie sie sonst nur im Krieg verwendet wird. Das Bordell "La Cocotte" im Kärntner Feldkirchen war am 7. September Ziel eines Anschlags mit einer Panzerabwehrrakete der Marke PG-7, einem Modell russischer Bauart, wie es auch von der jugoslawischen Volksarmee verwendet wurde. Gegen halb sechs Uhr früh war die Granate vom gegenüberliegenden Hang abgefeuert worden. Die Tat scheint ein "Warnschuss" gegen den Besitzer des Bordells gewesen zu sein, glaubt die Gendarmerie.

"Verschiedene Kreise wollen wohl, dass der Besitzer sich aus dem Kärntner Rotlichtmilieu zurückzieht", vermutet Oberst Hermann Klammer von der Kriminalabteilung Kärnten. Doch der angesprochene Betreiber Jochen Kohlweiss denkt nicht daran, dem einträglichen Geschäft mit der käuflichen Liebe den Rücken zu kehren. Schon am Abend nach dem Anschlag waren die Tore zur Lust wieder weit offen. "Lokal geöffnet - Bombenstimmung", verhieß ein Transparent vor dem Club.

Weniger entspannt sind die Kärntner Kriminalbeamten. "Mit Drohungen beginnt das Ganze, und mit Raketen endet es", sorgt sich Oberst Klammer. Derzeit wird überprüft, ob die Panzerfaust aus jenen Beständen kommen könnte, die jetzt im Wienerwald durch den NEWS-Hinweis gefunden wurden. Der Anschlag von Kärnten könnte somit die Initialzündung für eine "Flucht nach vorne" gewesen sein. "Vielleicht", vermutet einer der Beamten, "haben jene Kreise, die bisher die Kriegswaffen recht gut bewacht und versteckt haben, einfach die Kontrolle verloren."

Betreiber Kohlweiss hat eine Prämie von 30.000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt, die Gemeinde Feldkirchen hat diese auf 50.000 Euro erhöht, "um die Mauer des Schweigens zu brechen". (apa)