Knapp 400.000 Zuseher konnten Sonntag bei Im Zentrum verfolgen, wie ein journalistischer Aufdecker allen parteipolitisch motivierten Angriffen trotzt. Unser Politik-Chef Kurt Kuch, dessen vorwöchige Story über die jüngsten Weiterungen der Telekom-Affäre tage- und seitenlang zitiert worden war, wies souverän alle Angriffe zurück, er berichte einseitig oder gar unter Vernachlässigung der staatsbürgerlichen Pflicht, die Justiz bei der Aufklärung der Vorgänge zu unterstützen. In dieser Ausgabe legt Kuch wieder nach: mit einer umfassenden Gesamtdarstellung, neuen aufschlussreichen Funden aus seinem Datenschatz und einem Kommentar zu deren Übergabe an die Staatsanwaltschaft.
Dass Kuch dabei auch manche Nebelgranate etwa vom Cheflobbyisten Hochegger ins richtige Licht rückt, ist selbstverständlich. So wie auch die Tatsache, dass Hochegger seine diesbezüglichen Versuche ebenfalls zuerst in NEWS platzierte. Das garantierte ihm maximale Aufmerksamkeit auch wenn ein Großteil unserer Leser den Unterschied zwischen Sponsoring und Korruption ebenso kennt wie jenen zwischen 2.000 Euro Honorarzahlungen für erbrachte Leistungen und Millionen, die noch dazu unversteuert für nicht näher definierte Beratungen (Was war eigentlich mei Leistung?) auf ausländische Konten geflossen sind.
Spätestens seit dieser Leistung ist klar: Der viel zu früh verstorbene Alfred Worm, unser legendärer Aufdecker, hat in Kuch einen 25 Jahre jüngeren würdigen Nachfolger gefunden. Der mit ihm und uns allen auch eine zentrale gesellschaftliche Überzeugung teilt: Nicht die Politiker oder die Manager sind korrupt, sondern einige (zu viele) von ihnen. Ihr Treiben medial anzuprangern ist ein Auftrag im Sinn der Demokratie.