Neues Video aufgetaucht: Im Irak entführte deutsche Ingenieure flehen um ihr Leben

"Bitte helft uns und erfüllt ihre Forderungen" Regierung noch immer ohne Kontakt zu Entführern

Neues Video aufgetaucht: Im Irak entführte deutsche Ingenieure flehen um ihr Leben

Die beiden im Irak entführten Deutschen haben nach Angaben des Nachrichtensenders Al Arabiya in dem neuen Video die Regierung ihres Landes um Hilfe angefleht. Nach wie vor gibt es keinen Kontakt der deutschen Regierung zu den Entführern. Die beiden am 24. Jänner verschleppten deutschen Ingenieure hätten "Bitte helft mir" und "Bitte helft uns und erfüllt ihre Forderungen" in deutscher Sprache gerufen, sagte Nabil al-Khatib, der verantwortliche Redakteur von Al Arabiya. Der arabische Sender hatte die Video-Botschaft ohne Ton ausgestrahlt.

Der Staatsminister im deutschen Außenministerium, Gernot Erler, sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen, das Hauptziel bleibe die Kontaktaufnahme zu den Entführern. Experten sind mit der Auswertung des am Montag ausgestrahlten neuen Videos beschäftigt, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wurde während seiner Nahost-Reise laufend informiert.

Nach Angaben des Nachrichtensenders Al Arabiya liest einer der Entführer in dem Video mehrere Koran-Verse vom Blatt ab. Er sagt dann: "Wir werden Gottes Urteil an diesen beiden Geiseln vollstrecken, wenn unsere Bedingungen von der deutschen Regierung nicht vollständig erfüllt werden". Ein anonymer Anrufer habe Al Arabiya angerufen und erklärt, wo das Video in Bagdad deponiert worden sei, sagte Al-Khatib. "Also ist einer von uns dort hingegangen, hat das Video gefunden. Dann haben wir es angeschaut und entschieden, es auszustrahlen."

Die Kidnapper hatten in dem Video erneut mit der Ermordung von Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke gedroht. Die Entführer sprachen von einem "letzten Signal". Nach Angaben von Al Arabiya stellten die Geiselnehmer keine konkreten neuen Forderungen und setzten auch keine Frist.

Die Geiselnehmer hatten in einem früheren Videoband gedroht, die Geiseln zu töten, falls die deutsche Regierung nicht alle Kontakte zur irakischen Übergangsregierung abbrechen sollte. Nitzschke und Bräunlich wurden in der nordirakischen Stadt Baiji entführt, wo sie für ihren Arbeitgeber einen Auftrag in einer Fabrik ausführen sollten.

In dem Video sind Bräunlich und Nitzschke zu sehen, die schweigend und mit ernsten Gesichtern ihre gefesselten Hände in die Kamera halten. Die beiden Männer tragen orangefarbene Hemden und knien am Boden. Hinter ihnen stehen die schwarz vermummten, bewaffneten Entführer, von denen einer eine Erklärung verliest.

(apa/red)