Neues Gutachten: Sicherheitsvorkehrung im
Kunsthistorischen Museum heftig kritisiert

Gibt z. B. kein international übliches Security-Manual Opposition fordert erneut Rücktritt von Wilfreid Seipel

Das von einer britischen Detektei Ende 2003 für die Versicherungsgruppe Uniqa erstellte Gutachten über das Wiener Kunsthistorische Museum (KHM) nimmt die Opposition zum Anlass, erneut den Rücktritt von KHM-Chef Wilfried Seipel zu fordern. In dem Gutachten werden die Sicherheitsvorkehrungen des Museums heftig kritisiert, beispielsweise besaß es kein international übliches Security-Manual, sondern nur "eine lose Sammlung von willkürlich niedergeschriebenen Anweisungen".

Für SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen ist die Verteidigungsstrategie von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und Seipel "komplett in sich zusammengebrochen", die Sicherheitsvorkehrungen seien absolut unausreichend gewesen. "Wie viele Beweise braucht es noch, die die desaströse Sicherheitssituation im KHM und das Fehlverhalten Seipels belegen", fragt Muttonen und fordert Gehrer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) auf, "endlich zu handeln und das Kunsthistorische Museum in verantwortungsvolle Hände zu legen".

"Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass Seipel zurücktreten sollte, dann wäre er damit erbracht", meinte Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen. Er verwies auf die Aussagen Gehrers in der Nationalrats-Sondersitzung zum Diebstahl der Saliera Anfang Februar, wonach das Museum "ein Bollwerk" sei. "Nicht das Kunsthistorische Museum ist ein Bollwerk, höchstens die Sturheit der Ministerin, die wider besseres Wissen Direktor Seipel verteidigt", so Zinggl.
(apa/red)