Neuerlich verheerende Anschläge im Irak: Mindestens 20 Todesopfer bei Attentaten

Zwei mazedonische Staatsbürger in Basra entführt Suche nach deutschem Flugzeug wurde fortgesetzt

Der anhaltenden Gewalt im Irak sind am Samstag mindestens 20 Menschen zum Opfer gefallen. Der blutigste Anschlag wurde im Osten der Hauptstadt verübt: Zwar verfehlte die Bombe nach Angaben der Polizei eine Polizeistreife, dafür riss sie drei Zivilpersonen in den Tod. Bei einem weiteren Anschlag ebenfalls im Osten der Hauptstadt wurden vier Polizisten getötet, die einen Tanklastzug bewachten.

Bei einem Bombenanschlag in Falluja wurde ein Kind getötet, der Sprengsatz riss seinem Bruder die Beine weg. Weitere Anschläge und Angriffe kosteten noch mindestens ein Dutzend Menschen das Leben. In der südlichen Stadt Basra wurden am Donnerstag zwei Mazedonier entführt, wie die britischen Streitkräfte am Samstag bestätigten. Die beiden für eine deutsche Reinigungsfirma tätigen Männer wurden auf dem Weg vom Flughafen ins Stadtzentrum verschleppt.

Wie ein Vertreter des mazedonischen Außenministeriums bekannt gab, forderten die Geiselnehmer Lösegeld. Die britische Armee im Irak hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Mazedonier seien bereits am Donnerstag entführt worden, als sie gemeinsam mit einer deutschen Mitarbeiterin der Firma Ecolog in einem Fahrzeug unterwegs waren. Nach Angaben des Regierungsvertreters in Skopje führen die Entführer und das Unternehmen Verhandlungen. Es sei bereits das vierte Mal, dass Mitarbeiter der Firma entführt worden seien. In den drei vorherigen Fällen habe Ecolog Lösegeld gezahlt.

Im Norden des Landes setzten hunderte irakische Soldaten mit Unterstützung der US-Streitkräfte die Suche nach einem Flugzeug mit fünf Deutschen an Bord fort. Der Firmenjet aus Bayern war am Donnerstag von den Radarschirmen verschwunden. Von der Maschine sowie den fünf Deutschen und einem Iraker an Bord fehlte am Samstag weiter jede Spur. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, die Suche werde fortgesetzt. Bisher habe die deutsche Botschaft in Bagdad jedoch keine neuen Hinweise.

Ein Sprecher der US-Streitkräfte im Irak erklärte lediglich, es gebe Berichte, dass ein ziviles Flugzeug auf dem Weg in den Nordirak abgestürzt sei. Im iranischen oder türkischen Luftraum wurde das Kleinflugzeug nicht gesichtet.

Das Bagdader Ölministerium teilte unterdessen mit, dass dem Irak durch Sabotageakte im Jahr 2005 mehr als sechs Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen verloren gegangen seien. Ministeriumssprecher Assem Dschihad sagte, im vergangenen Jahr seien 186 Anschläge auf die Ölindustrie verübt worden.

Dabei seien 47 Mitarbeiter von Ölfirmen sowie etwa 100 Sicherheitskräfte getötet worden. Die Schäden an Exportpipelines beliefen sich auf 2,71 Milliarden US-Dollar, während Anschläge auf das Netz für den innerirakischen Bedarf zu Ausfällen von 3,1 Milliarden Dollar geführt hätten. Des weiteren wurden Ölfelder und Raffinerien attackiert.

(apa/red)