Neue Studie der Europäischen Union zeigt: Österreicher sind keine großen Job-Hopper

Nur 1 Fünftel würde bei Jobverlust ins Ausland gehen EU-weit besteht in Alpenrepublik geringste Mobilität

Die Österreicher sind in der EU am wenigsten geneigt, bei Jobverlust in ein anderes EU-Land zu ziehen, falls sie dort Arbeit fänden. Das geht aus einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage hervor, bei der im September 2005 rund 25.000 Europäer befragt wurden. Doch auch insgesamt lässt die berufliche Mobilität in der EU, die am Montag Thema einer Konferenz in Brüssel ist, weiter zu Wünschen übrig: Nur knapp 2 Prozent der Unions-Bürger im arbeitsfähigen Alter leben in einem anderen EU-Land - eine Zahl, die seit 30 Jahren unverändert ist.

Im Schnitt wären etwas mehr als ein Drittel der EU-Bürger bereit, das Land für einen neuen Arbeitsplatz zu wechseln. Die "mobilsten" Europäer sind die Polen, wo mehr als die Hälfte der Befragten auch in ein anderes EU-Land ziehen würden, um eine Job zu finden, gefolgt von den Luxemburgern mit rund 48 Prozent. Am wenigsten flexibel sind die Österreicher: nur etwas mehr als 20 Prozent würden das tun. Ähnlich heimatverbunden geben sich auch die Ungarn, Iren und die Tschechen, mit rund 28 Prozent.

Auch im eigenen Land schwerfällig
Auch im eigenen Land fällt den Österreichern der berufsbedingte Umzug schwerer als anderen Europäern. Während etwa drei Viertel der Franzosen oder der Niederländer in eine andere Region wechseln würden, wenn es dort größere Chancen auf einen Arbeitsplatz gibt, sind es in Österreich nur rund 50 Prozent, bei den Ungarn und den Iren nicht einmal die Hälfte.

Die EU-Kommission, die 2006 zum Jahr der beruflichen Mobilität erklärt hat, will nun mit einer großen Konferenz am Montag in Brüssel und einem Jahresbudget von 10 Millionen Euro den EU-Bürgern die Vorteile von Jobwechsel und geographischer Mobilität näher bringen. Im Schnitt bleiben die Europäer rund 10.6 Jahren am gleichen Arbeitsplatz, verglichen mit 6,5 Jahren in den USA; nur 40 Prozent glauben, dass der regelmäßige Wechsel des Arbeitsplatzes etwas Gutes bringt . Die Österreicher sind auch hier - gemeinsam mit den Esten - die größten Skeptiker: nur etwa ein Vierte glauben, dass berufliche Veränderung positiv ist.

Bei der Konferenz wird EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla und Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein eine neue EU-weite Online-Jobbörse (http://europa.eu.int/eures/home.Jsp?lang=eng) vorstellen, auf der rund eine Million offene Stellen in 28 Ländern zu finden sein werden.
(apa)