Neue Rekord-Arbeitslosigkeit in Österreich: Über 350.000 im Dezember '05 auf Jobsuche

Um 11.303 Arbeitssuchende mehr als vor einem Jahr Frauen stärker betroffen - Jugend: 49.454 ohne Job

Der Dezember hat Österreich wie erwartet einen neuen Arbeitslosenrekord beschert. Mit 307.282 Jobsuchenden stieg die offizielle Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 3,1 Prozent oder um 9.133 Personen und erreichte damit den höchsten Dezember-Wert der Zweiten Republik. Rechnet man die 43.604 in Schulung befindlichen Personen dazu, waren im Dezember 350.886 Österreicher auf Jobsuche, um 11.303 Betroffene mehr als vor einem Jahr. Während Opposition und Arbeitnehmervertreter die Arbeitsmarktpolitik der Regierung heftig kritisierten, zeigte sich Arbeitsminister Martin Bartenstein angesichts angesichts erhöhter Konjunkturprognosen "verhalten optimistisch".

Im Gesamtjahr 2005 waren im Jahresschnitt 252.654 Österreicher ohne Job. Rechnet man die rund 40.000 in Schulung befindlichen Arbeitssuchenden zu den offiziellen Arbeitslosen dazu, waren im Vorjahr im Schnitt noch immer mehr als 290.000 Österreicher ohne Arbeit. Damit ist die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Österreich seit 2001 kontinuierlich angestiegen.

2001 betrug die durchschnittliche Zahl der Jobsuchenden noch 203.886 Betroffene. Die österreichische Arbeitslosenquote war im November 2005 mit 5,2 Prozent nach Irland (4,3 Prozent; Oktober 2005), Dänemark (4,6 Prozent; Oktober 05), den Niederlanden (4,7 Prozent; November 05) und Großbritannien (4,8 Prozent; September 05) die fünftniedrigste in der Europäischen Union.

Frauen deutlich stärker betroffen als Männer
Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember waren Frauen deutlich stärker betroffen als Männer. Keine Entspannung gab es bei der Jugendarbeitslosigkeit. Insgesamt waren im Dezember 49.454 Jugendliche ohne Job, das waren um 3,7 Prozent oder um 1.751 Betroffene mehr als vor einem Jahr.

Gleichzeitig nahm im Jahresvergleich die Beschäftigung zu - um 1,23 Prozent oder um 39.100 auf 3,206.314 Personen zu. Da der Zuwachs mit mehr als 29.300 vor allem weiblich war, ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der neuen Jobs auf Teilzeitarbeitsplätze entfiel. Gegenüber November ging die Beschäftigung um 1,19 Prozent oder um 38.778 Personen zurück.

Mehr Probleme im Osten
Mehr als die Hälfte der Arbeitslosigkeit in Österreich entfiel Ende Dezember 2005 auf die Ost-Region. Demnach waren in Wien, Niederösterreich und im Burgenland 160.960 Personen arbeitslos gemeldet, das waren um 6.310 Betroffene oder um 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Dezember im Jahresvergleich alle Berufsgruppen betroffen, vor allem aber der Fremdenverkehr und der Handel. Im Produktionsbereich stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2,4 Prozent auf 88.277 Betroffene.

Die Arbeitslosenrate ist in fast allen Ausbildungskategorien im Jahresvergleich gestiegen, nur bei Absolventen von technischen mittleren und höheren Schulen sowie bei AHS-Absolventen ging sie etwas zurück. Besonders stark fiel der Anstieg wie schon in den vergangenen Jahren bei Personen ohne abgeschlossene Ausbildung aus. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Vormerkdauer über einem Jahr ist Ende Dezember 2005 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 41 Prozent auf 10.345 Betroffene kräftig zurückgegangen.

(apa/red)