Neo-Veilchen Wallner will es allen zeigen:
Ex-Rapidler wittert seine "Riesenchance"

Wallner gibt Admira die Schuld an seiner Unform Weg ins Rampenlicht soll jetzt über die Austria führen

Seit kurzem weilt "Winterkönig" Austria Magna im Trainingslager in Marbella an der Costa del Sol, um sich für das heimische Frühjahr zu rüsten. Die Wiener sind nach neunstündiger Anreise via Zürich der Kälte entflohen und haben im mondänen Hotel Westin La Quinta Quartier bezogen. Mit von der Partie ist auch das einzige, während der Winterpause eingekaufte Veilchen namens Roman Wallner.

Der Steirer ist seiner Admira-Vergangenheit räumlich und geistig enteilt. Ein schwieriges halbes Jahr, das er in der Südstadt verbracht hatte, liegt hinter ihm - eine vielleicht noch schwierigere Halbsaison hat er jetzt vor sich. Der Stürmer stellt sich der Herausforderung, hat für den Cupsieger einen absolut auf Leistung bezogenen und bis Sommer gültigen Vertrag akzeptiert und unterschrieben. "Das ist ein Zeichen, dass ich es unbedingt allen zeigen will."

Wenn man in so einer Situation eine solche Chance erhalte, dürfe man keine Sekunde zögern. "Das ist eine Riesenchance. Sportdirektor Peter Stöger und Trainer Frenkie Schinkels stehen in schweren Zeiten zu mir und wollen mir helfen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Nun habe ich wieder ein sehr konkretes Ziel vor Augen", meint der 23-Jährige, der sich körperlich topfit fühlt und im Training für die Mannschaft aufdrängen will.

"Habe mich dem schlechten Niveau angepasst"
Bereits nach dem ersten Trainings im Austria-Dress im so genannten "Paradise of Football" in Südspanien ist ihm klar geworden, dass er es sich mit dem Arbeitsplatz-Wechsel massiv verbessert hat. "Das ist im Vergleich zum Tabellenschlusslicht Admira eine andere Welt. In der Südstadt habe ich mich schon dem schlechten Niveau angepasst und bin auch immer mehr abgefallen", erzählt der Ex-Rapidler.

Wallner hat neues Selbstvertrauen getankt, verleugnet aber auch nicht seine Vergangenheit, die ihn oft auf Abwege geführt hatte, "Ich stehe zu meinen Erfolgen und meinen Fehlern und habe daraus gelernt. Fehler machen gehört zum Erwachsenwerden. Ich war in meiner Karriere schon weit oben, bin aber auch schon ganz schön auf die Schnauze gefallen. Ich bin froh, alles in meinem Alter schon hinter mir zu haben".

Weg ins Rampenlicht führt über die Austria
Lernen wird er auch in Zukunft müssen, denn die Herzen der Austria-Fans und das Vertrauen der Trainer wollen erst erobert werden. Das wird nur über harte Arbeit gehen. "Ich kann keine Tore versprechen, aber ich werde kämpfen, laufen und keine Sekunde locker lassen. Hier kann ich um den Titel spielen und komme vielleicht zu Europacup-Auftritten, über die Austria kann ich wieder ins Rampenlicht kommen", sagt Wallner.

Dass er als Ex-Rapidler, der übrigens natürlich wieder zu ÖFB-Teamehren kommen möchte, mit dem violetten Anhang Probleme bekommen könnte, glaubt der Angreifer nicht. "Ein Klub lebt vom anderen, Austria wäre nichts ohne Rapid und umgekehrt. Jeder wird nicht begeistert sein, dass ich Austrianer bin. Man soll aber einfach nur akzeptieren, dass ich da bin", so Wallner, der sich nach der "Hölle Hannover und Admira" im Siebenten Himmel fühlen muss und vielleicht als Veilchen zu neuer Blüte entwickelt.

(apa/red)