Nächstes Vogelgrippe-Opfer in der Türkei: 12-jähriges Mädchen starb an H5N1-Virus

Zahl der Todesopfer damit auf vier gestiegen Indonesien beklagt bereits 13. Vogelgrippe-Tote

Die Vogelgrippe in der Türkei hat zu einem vierten Todesfall geführt. Auch das zwölfjährige Mädchen, das am Sonntag gestorben war, sei mit dem gefährlichen Virus H5N1 infiziert gewesen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Ankara nach jüngsten Tests mit. Damit sei die Zahl der nachgewiesenen Vogelgrippe-Fälle beim Menschen in der Türkei auf insgesamt 20 gestiegen.

Der fünfjährige Bruder des Mädchens, der positiv auf Vogelgrippe getestet worden war, befand sich am Montag dagegen nach Angaben der Ärzte auf dem Weg der Besserung. Die beiden Kinder stammen - wie die drei in der ersten Jännerwoche gestorbenen Geschwister - aus der Kleinstadt Dogubeyazit an der Grenze zum Iran.

Von den elf Vogelgrippe-Patienten, die derzeit in türkischen Krankenhäusern behandelt werden, sei nur einer in einem kritischen Zustand, teilte das Gesundheitsministerium mit. Fünf Kranke, bei denen ebenfalls das Virus H5N1 nachgewiesen worden war, seien mittlerweile als geheilt entlassen worden.

Das Agrarministerium in Ankara verhängte am Montag ein landesweites Transportverbot für Geflügel. Seit dem massenhaften Auftreten der Tierseuche in der Türkei Ende Dezember ist die Vogelgrippe mittlerweile in 13 der 81 Provinzen nachgewiesen worden. Bei Massentötungen wurden seither mehr als 750.000 Hühner, Enten und anderes Geflügel vernichtet. Im Oktober war außerdem bereits ein Einzelfall in einem Geflügelbestand gemeldet worden.

Die UN-Ernährungsorganisation FAO hat Europa unterdessen aufgefordert, zur besseren Bekämpfung der Vogelgrippe seine Grenzkontrollen zu verstärken. "Europa muss seine Grenzkontrollen, besonders in Flughäfen, von Menschen und Waren aus Risikogebieten intensivieren", sagte Samuel Jutzi, Leiter der FAO-Abteilung Tierzucht und Tiergesundheit, am Montag in Rom.

Zugleich stellte der Leiter der FAO-Abteilung für Infektionskrankheiten, Juan Lubroth, fest, dass noch Zeit bleibe, die Vogelgrippe in der Türkei einzudämmen. "Wir haben noch Zeit zu verhindern, dass die Krankheit endemisch wird, wenn die türkischen Veterinärbehörden von den internationalen Organisationen die nötige Hilfe bekommen", sagte Lubroth. Die FAO warnte auch vor einem Übergreifen der Seuche auf die östlichen Nachbarländer der Türkei.

Der Kampf gegen die Vogelgrippe im Osten der Türkei wird jedoch nach den Worten eines führenden Mediziners durch das Fehlen eines modernen Analyse-Labors erschwert. Die Region brauche ein Labor, um Verdachtsfälle schneller untersuchen zu können, sagte der Chefarzt der Uni-Klinik in der osttürkischen Stadt Van, Hüseyin Avni Sahin, am Montag im türkischen Nachrichtensender NTV. Da die Osttürkei ein Durchgangsgebiet von Zugvögeln sei, stehe das Land nicht nur vor einem vorübergehenden, sondern vor einem längerfristigen Problem.

Auch Indonesien hat ein weiteres Todesopfer durch die Vogelgrippe gemeldet. Gestorben ist ein 13-jähriges Mädchen auf der Hauptinsel Java. Die Zahl der Vogelgrippe-Toten in dem Land ist damit auf 13 gestiegen. Weltweit sind bisher ungefähr 80 Menschen an dem Virus gestorben. Am stärksten betroffen ist Vietnam, wo seit dem Ausbruch der Seuche Ende 2003 mehr als 40 Menschen dem H5N1-Erreger erlagen.

(apa/red)