Nächste Absage für Australian Open: Safin bleibt wegen akuter Knieprobleme daheim

Nach Nadal nächster Ausfall für Grand Slam-Turnier Roddick und Hewitt mit heftiger Kritik an ATP

Einen Tag nach French-Open-Sieger Rafael Nadal (ESP) hat am Mittwoch Australian-Open-Titelverteidiger Marat Safin (RUS) für das Grand-Slam-Turnier in Melbourne abgesagt. Safin leidet nach wie vor an den seit Wimbledon 2005 akuten Knieproblemen. Andre Agassi (USA), der wegen einer Knöchelblessur ebenfalls fehlen wird, hatte 2002 als bis dahin letzter Australien-Sieger für die Titelverteidigung absagen müssen.

Die Australian Open sind auf Grund des Termins in den letzten zwei Jänner-Wochen und der kurzen Jahreswechselpause für die Spieler traditionell von zahlreichen Absagen geprägt, einige Spieler haben deswegen bereits eine Verlegung in den März gefordert. "Es geht mir zwar besser, aber es reicht noch nicht", betonte Safin, der 2005 das Turnier durch einen Viersatz-Finalsieg gegen Lleyton Hewitt gewonnen hatte. Weil Safin die Weltranglistenpunkte nicht verteidigen kann, wird er im ATP-Ranking weit zurück fallen, nämlich zirka auf Platz 50.

"Man muss kein Hirnchirurg sein, um den Grund für die Verletzungen herauszufinden", kritisierte der US-Amerikaner Andy Roddick den Kalender der ATP. "Es muss eine Pause geben, wir brauchen Zeit, um uns auszuruhen. Man kann nicht spielen, wenn der Körper nicht mitmacht. Es sollte rasch eine Lösung gefunden werden." Auch der Australier Lleyton Hewitt, der als einer der fittesten Spieler auf der Tour gilt, schloss sich nach seinem Sieg über Jürgen Melzer Roddicks Kritik an: "Speziell die Topspieler fragen und fragen und fragen nach Veränderungen. Aber es passiert nichts."

Auch Greg Rusedski und Alicia Molik haben bereits für Melbourne abgesagt, fraglich sind u.a. Topleute wie Kim Clijsters, Dinara Safina, Carlos Moya, Thomas Johansson oder Daniela Hantuchova. Extrem betroffen von zahlreichen Absagen war auch der Masters Cup im November, trotz höchst lukrativer Preisgelder mussten die Topstars Andre Agassi, Roddick, Nadal, Safin und Hewitt verletzt fernbleiben.

Die langjährige Weltranglisten-Erste Martina Navratilova hatte einst in einer Zeitungskolumne geschrieben: "Bevor es Änderungen gibt, könnte es ein Todesopfer geben. Ich vertrete vehement die Meinung, dass die Australian Open zumindest in den Februar verschoben werden sollten."

(apa/red)