Nach Rücktritten im Dezember: Der Tiroler Landtag vollzieht die Regierungsumbildung

Vier neue Landesräte von ÖVP und SPÖ gewählt Auch 2 neue Abgeordnete übernehmen ihre Mandate

Der Tiroler Landtag hat in einer außerplanmäßigen Sitzung die nach Rücktritten im Dezember notwendig gewordene Regierungsumbildung abgesegnet. Gewählt wurden vier "neue" Landesräte von ÖVP und SPÖ. Im Landtag selbst rückten zwei neue Abgeordnete nach. Eine Premiere gibt es in den Funktionen Erster Landeshauptmannstellvertreter und Erster Landtagsvizepräsident. Erstmals in der Geschichte des Landtags wurden mit der bisherigen Landesrätin Elisabeth Zanon (V) und der LAbg. Eva Maria Posch (V) Frauen in diese Ämter gewählt.

Für die neuen Mitglieder der zwischen Tiroler Volkspartei und SPÖ gebildeten Koalitionsregierung gab es erwartungsgemäß hohe Zustimmung. Der erst 36-jährige Rechtsanwalt Hannes Bodner (V) erhielt 32 der 36 möglichen Stimmen. Er ist in Zukunft für Wirtschaft zuständig.

Der bisherige Landecker Bezirkshauptmann Erwin Koler (V) bekam in der geheimen Wahl von 35 Mandataren die größte Zustimmung. Koler ist unter anderem für Kultur, Schule und Bildung verantwortlich.

Bauernbundchef Anton Steixner (V) wurde von 30 der 36 Abgeordneten gewählt. Er verwaltet das Landwirtschaftsressort.

Bei der SPÖ kam es zu einer "Ressortrochade". Der bisherige Brennerbasistunnelplaner Hans Lindenberger (33 Stimmen) ist für Verkehr zuständig. LHStv. Hannes Gschwentner übernahm das Sozialressort.

Zanon wurde in der geheimen Wahl von 33 Mandataren unterstützt. Die Haller Juristin Posch erhielt 29 Stimmen. Auf ihre Gegenkandidatin von den Grünen, Abg. Maria Scheiber, entfielen sechs Stimmen.

Neu im Landtag sind die langjährige Tyrolean-Betriebsrätin Maria Gstaltmeyr, die nach monatelangen Diskussionen das Mandat von Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer übernahm, und der ebenfalls vom AAB kommende Anton Pertl.

Für die neuen Regierungsmitglieder wurde es nach der Angelobung bereits "ernst". Unmittelbar nach der Landtagssitzung trat die neu zusammen gesetzte Landesregierung zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Die Regierungsumbildung war nach mehreren Rücktritten im Dezember notwendig geworden. Der langjährige Finanzreferent, LHStv. Ferdinand Eberle, hatte sich amtsmüde gezeigt. Auch SP-Soziallandesrätin Christa Gangl stellte ihre Funktion zur Verfügung. Wenige Tage später legten dann auch die VP-Landesräte Konrad Streiter und Sebastian Mitterer ihre Ämter nieder.

Im Landtag stellt die VP 20 der 36 Abgeordneten. Neun Mandatare kommen von der SPÖ, fünf von den Grünen, zwei von den "Freien" (frühere FPÖ; Anm.). (apa)