Nach Grubenunglück: Kaum Hoffnung für eingeschlossene Bergarbeiter in Mexiko

Sauerstoffvorräte wahrscheinlich aufgebraucht

Einen Tag nach der Gas-Explosion in einem mexikanischen Kohlebergwerk sind die Hoffnungen geschwunden, 65 verschüttete Arbeiter noch lebend zu finden. Die Sauerstoffvorräte der Arbeiter in der Grube im Norden Mexikos seien höchstwahrscheinlich aufgebraucht, sagte der Chef der Zivilschutzbehörde, Sergio Robles am Montag. Bis in der Früh gelang es den Rettungskräften, darunter auch Soldaten, nicht, zu den Eingeschlossenen vorzudringen oder Kontakt mit ihnen aufzunehmen.

"Wir geben die Hoffnung nicht auf, aber wir müssen realistisch sein", sagte Robles. Die Rettungsarbeiten seien sehr gefährlich, da sich in der Grube ein explosives Gemisch aus Methangasen befinde. Im Moment werde daran gearbeitet, das Gasgemisch aus der Grube zu bekommen. "Die Ventilatoren laufen mit voller Kraft", sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes. Die Explosion habe sich Sonntag in der Früh ereignet.

Der Vizepräsident des Grubenbetreibers Grupo Mexico, Juan Rebolledo, sagte, es werde versucht, zu den Eingeschlossenen mit Hilfe von Spezialgeräten vorzudringen. Die Arbeiter saßen in Stollen offenbar mehrere hundert Meter unter Tage fest. Die Rettungsbemühungen seien zudem schwierig, weil Wände der Grube durch die Explosion eingestürzt seien, zitierte eine Tageszeitung Bergwerks-Chef Ruben Escudero. Sieben Arbeiter seien gerettet worden. Sie hätten sich in einem nicht so tiefen Teil des Bergwerks aufgehalten. Die Männer seien mit Verbrennungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Am Eingang der Grube bezogen Soldaten Stellung, um Angehörige der Vermissten vom betreten des Bergwerks abzuhalten. "Wir sind verzweifelt und befürchten das Schlimmste", sagte Edgar Hernandez, dessen Bruder unter den Vermissten ist. "Die Rettung geht sehr langsam voran und da unten haben sie keinen Sauerstoff, kein Licht und auch kein Essen." Eine andere Angehörige sagte, man warte auf ein Wunder.

Die Kohlengrube liegt im mexikanischen Bundesstaat Coahuila, der an Texas grenzt. Vor rund drei Jahrzehnten waren in Coahuila bei einem der schlimmsten Grubenunglücke in der Geschichte des Landes mehr als 150 Arbeiter bei einer Explosion ums Leben gekommen. Bei einer anderen Explosion in einem Bergwerk starben 1998 37 Menschen unter Tage. (apa/red)