Nach Gold für das Team: Innauer freut sich über "Wiedergeburt" des ÖSV-Skispringens!

Direktor: "Kann es tief in jede Pore hinein genießen" Thomas Morgenstern wollte schon in der Luft jubeln

Sehr emotional gab sich Toni Innauer, der Nordische ÖSV-Direktor, am Montagabend in der Stunde des ersten Mannschafts-Olympiasiegs von Österreich. "Für mich hat sich was erfüllt. Gibt's noch viel mehr? Der Kreis hat sich geschlossen, das erste Olympia-Gold in der Mannschaft ist historisch, wichtig und toll", sagte Innauer im Schanzenauslauf von Pragelato. "Ich kann es wahnsinnig tief in jede Pore hinein genießen."

Von Werbung für das Skispringen und für die junge, neue Generation im österreichischen Springerlager sprach der Vorarlberger, der selbst vor 26 Jahren ganz oben gestanden war. Wenn man das große Ziel erreicht hat, komme es einem gar nicht mehr so wichtig vor, aber: "Ich weiß, wie wichtig mir das Jahre lang war, dass wir wieder mal so einen Erfolg haben. Dass der Respekt vor dem österreichischen Skispringen im eigenen Land und auch international wieder steigt und wir wieder dort sind, wo wir viele Jahre waren. Wir haben heute einen entscheidenden Schritt dazu gesetzt."

Auch sein mittlerweile zum Erfolgstrainer gewordener Cheftrainer, Alexander Pointner, war überglücklich. Was er gedacht hat, als Morgenstern als letzter Springer auf 140,5 Meter hinuntersegelte? "Ich habe alles Revue passieren lassen zu diesem Zeitpunkt. Eine Mannschafts-Medaille ist definitiv etwas ganz, ganz Großes. Ich habe das letztes Jahr gespürt, als wir Doppel-Weltmeister geworden sind. Es stehen von jedem einzelnen Sportler, von jedem einzelnen Betreuer so viele Sachen dahinter. Morgenstern kann ein ganz Großer werden."

Morgenstern erster ÖSV-Doppel-Olympiasieger im Skispringen
Eigentlich ist er es jetzt schon. Mit nur 19 Jahren hat er sich zum ersten österreichischen Doppel-Olympiasieger im Skispringen gekürt. Ein Doppel-Olympiasieger aus einem Örtchen namens Lieserbrücke bei Spittal/Drau. Und er freute sich auch sehr darüber, dass er nun mit seinem Zimmerkollegen Andreas Kofler, den er im Einzel noch um einen Zehntelpunkt geschlagen hat, gemeinsam Gold gewonnen hat. "Endlich, das war im Grunde der Wunsch für heute. Seitdem der Kofi den Sprung im 1. Durchgang herunter gesetzt hat, waren wir immer vorne."

Als Morgenstern selbst den Schlusspunkt setzen musste, hat der Kärntner es schon vorher gewusst. "Ich wollte in der Luft schon schreien, jetzt sind wir Olympiasieger! Dann hab ich mir gedacht: Des kann ich ned machen, sonst schreit mich wer z'samm, wenn es sich nicht ausgeht."

Auch für Kofler war es eine unglaubliche Erfahrung, vergessen war der knappe Rückstand im Einzel: "Es ist ultimativ. Ich habe jetzt so viel zurückgekriegt für das, was ich in den letzten zwei Jahren hineingesteckt habe und wo ich eine über die Rübe gekriegt hab. Es ist so eine Genugtuung, es ist brutal. Ich bin stolz, dass ich da dabei sein hab dürfen."

(apa)