Nach Entscheidung um Klimt-Bilder: Fall Bloch-Bauer könnte in weitere Runde gehen

Geht um Skulpturen aus Palais in Elisabethstraße Wurden 1942 von Österreichischer Galerie gekauft

Der Fall Bloch-Bauer dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein: Nach einem Bericht einer österreichischen Tageszeitung sei anzunehmen, dass auch das Palais in der Wiener Elisabethstraße restituiert wird.

Im Stiegenhaus des Palais standen bis zu Hitlers Einmarsch zwei Kniende Knaben des belgischen Bildhauers Georges Minne, die 1942 offenbar versteigert wurden: Die Österreichische Galerie erwarb sie um 6000 Reichsmark. Die Skulpturen sind im Oberen Belvedere ausgestellt.

Mit diesem Fall wurde der Restitutionsbeirat betraut. Er gab am 25. November 2004 allerdings keine Rückgabeempfehlung: Nach den bisherigen Ergebnissen der Provenienzforschung könne nicht festgestellt werden, ob die Knienden Knaben tatsächlich aus der Sammlung Bloch-Bauer stammen. Die Indizien dürften aber dafür sprechen.

Klimt-Bilder ab Dienstag wieder im Belvedere zu sehen
Die am Freitag vergangener Woche nach einer Drohung abgehängten Klimt-Bilder sind ab Dienstag wieder in der Österreichischen Galerie Belvedere zu sehen. Dies bestätigte ein Sprecher des Museums auf Anfrage der APA am Montagnachmittag. Nach Rücksprache mit der UNIQA-Versicherung seien "die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen", hieß es. Nähere Details darüber wollte man nicht nennen. Die Bilder sollen am Montagnachmittag wieder aus dem Depot geholt und aufgehängt werden, hieß es.

Die Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee" werden nach einem Schiedsspruch an die Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann restituiert. Der mutmaßliche Versender einer Droh-Email an Altmanns Anwalt Randol Schoenberg, ein Niederösterreicher (Jahrgang 1955), war am Freitag schnell ausgeforscht worden. Von dem Niederösterreicher gehe keine Bedrohung mehr aus, hieß es auf APA-Anfrage im Innenministerium.
(apa/red)