Nach Bombenanschlägen in Madrid: 40 Verdächtigen wird der Prozess gemacht

2.000 Seiten dicke Anklageschrift ist fast fertig 191 Menschen starben bei Attentaten am 11. 3. 2004

Zwei Jahre nach den Madrider Terroranschlägen mit 191 Todesopfern soll zunächst 40 der 116 Festgenommenen der Prozess gemacht werden. Der zuständige Ermittlungsrichter Juan del Olmo habe die bisher 2000 Seiten umfassende Anklageschrift nahezu fertig gestellt, berichtete die Zeitung "El Pais.

Die Bombenanschläge auf vier Madrider Nahverkehrszüge am 11. März 2004 sind demnach von einer in Spanien gebildeten Terrorzelle aus dem Dunstkreis des Al-Kaida-Netzwerks verübt worden.

Eine Verbindung zur baskischen Untergrundorganisation ETA, die von der damaligen Regierung von Ministerpräsident José Maria Aznar zunächst für das Blutbad verantwortlich gemacht worden war, habe es nicht gegeben. In Spanien war angesichts der schleppenden Ermittlungen Kritik laut geworden. Der Präsident des Nationalen Gerichtshofs hatte davor gewarnt, dass die Verdächtigen möglicherweise aus der Untersuchungshaft entlassen werden müssten, wenn der Prozess nicht rechtzeitig eröffnet würde. Dieser war bereits im vorigen Sommer erwartet worden. Einen genauen Termin gibt es noch immer nicht. (apa)