Michelle Williams verkörpert wird. Dass Plus und Plus entgegen mathematischer Gesetze aber auch Minus ergeben kann, manifestiert sich in diesem Fall leider zu deutlich. Denn die sonst wunderbare Williams schafft es nicht, in dem Film von Simon Curtis irgendwie zur Geltung zu kommen und auch sonst sind die 99 Minuten eher ein verkorkster Schmus, denn ein gelungenes Werk.
My Week With Marilyn spielt im Jahr 1956, als Monroe gerade einmal 30 Jahre jung, weltberühmt und zum dritten Mal frisch verheiratet ist, dieses Mal mit dem Schriftsteller Arthur Miller. Sie hat sich gerade zu einem Filmdreh in England überreden lassen an der Seite von Sir Laurence Olivier, der die Sex-Göttin in dem Film Der Prinz und die Tänzerin unbedingt an seiner Seite haben will. Doch die Dreharbeiten werden für Olivier alles andere als sexy, sondern mehr zu einem Drama, das an Strapazen kaum zu übertreffen ist. Die undisziplinierte Diva kommt immer um Stunden zu spät oder gar nicht und kann sich ihren Text auch nicht merken, wodurch der gesamte Dreh ständig Verzögerungen erfährt und die Nerven des Teams auf die Probe gestellt werden.
Doch ein Mann am Set scheint damit kein Problem zu haben: Der erst 23-jährige Colin Clark, ein Oxford-Student aus reichem Hause, der vom Filmgeschäft träumt und durch Beziehungen seiner Familie als dritter Regieassistent (vulgo Laufbursche) angeheuert wird. Denn als Marilyn Monroe wieder einmal einen Nervenzusammenbruch erfährt, weil sie in den Schriftsteller-Notizen ihres frisch angetrauten Gatten liest, dass dieser sie lieber nicht geheiratet hätte, kommt der Jungspund zum Zug. Er wird zu Marilyns Vertrautem auserkoren, als Miller nach dem Streit für ein paar Tage in die USA zurückreist. Und während die Diva den jungen Burschen als kleine, nette Abwechslung für den rauen Set-Alltag sieht, wittert dieser trotz Warnungen von allen Seiten die große Liebe. Diese aber endet nach nur einer Woche genauso schnell, wie sie gar nicht angefangen hat.
Etwas zu unaufgeregte Story
Diese Romanze ist auch einer der zwei großen Schwachpunkte von My Week With Marilyn nämlich durch die Tatsache, dass es gar nicht erst zu dieser Romanze kommt. Für den Zuseher ist es von Anfang an durchschaubar, wie das Ganze endet und nicht einen Moment zweifelt man daran, was die Spannung trotz versuchtem Dauer-Drama (inklusive dauerhafter dramatischer Musik-Untermalung, die den letzten Nerv zieht) auf Sparflamme hält. Da der Film aber auf dem Roman des realen Colin Clark beruht, der seine Memoiren wenige Jahre vor seinem Tod niedergeschrieben hat, kann man diese gar unaufgeregte Story (welcher 23-jährige Mann, der mit Monroe in Berührung kam, war wohl NICHT in diese verliebt?) gar nicht allzu sehr dem Film an sich ankreiden.
Fehlbesetzung
Ankreiden kann und muss man ihm allerdings leider die Besetzung. Neben einem abwechselnd dauer-grinsenden oder dauer-geschockten und dadurch nerv-tötenden Colin Clark (Eddie Redmayne), wurde mit Michelle Williams eindeutig die Falsche gecastet. Der sonst so bravourösen Schauspielerin nimmt man die Rolle der großen Sexgöttin in keiner Sekunde ab. Williams ist einfach nicht die große, starke Frau und auch kein Sexsymbol. Sie sieht in der Rolle mehr wie eine alt gestylte Michelle Williams denn eine Monroe in ihren besten Jahren aus. Und je mehr sie diese Diva darzustellen versucht, desto mehr scheitert sie daran. Dabei liegt es gar nicht so sehr an Williams, diese bemüht sich sichtlich, sondern schlicht und einfach daran, dass die Schauspielerin nicht in die Rolle passt. Der Schwarze Peter geht somit wohl eindeutig an den Casting-Chef dieses zurecht nicht Oscar-gekrönten Filmes, der einem leider keine fünf Minuten nach Verlassen des Kinosaals noch im Gedächtnis bleibt.
Kommentare
Oscar nominiert Hmmm, Williams wurde für ihre Darstellung im diesen Film für Oscar nominiert und ist ein Fehlbesetzung? Tja, entweder ist Oscar Preis auch nicht das, was es einmal war, oder diesen Film ist kein Pfifferling wert.
Plus und Plus ? Plus und Plus ergibt Minus ?! ;D
Re: Plus und Plus ? Dass Plus und Plus entgegen mathematischer Gesetze aber auch Minus ergeben kann...
