Moneymaker Mozart: Jubiläumsjahr bringt fette Gewinne und Flut an Amadeus-Artikeln

Palette reicht vom "Mozartknödel" bis hin zur Salami Unternehmen rechnen mit Mega-Umsatzsteigerungen

Bekannt ist, dass Mozart dem Essen nicht gerade abgeneigt war. Ob er allerdings gerne vom Mozartkipferl abgebissen, Mozartbier getrunken oder seinen Kindern einen Strampelanzug mit seinem Konterfei angezogen hätte, ist schwer zu sagen. Rund um den 250. Geburtstag des berühmten Komponisten am 27. Jänner gab es nicht nur ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, vor allem die Marketingabteilungen zahlreicher Firmen haben sich vom Jubiläum inspirieren lassen. Denn die Marke Mozart scheint Goldes wert zu sein.

So rechnet etwa Iglo laut Verkaufsleiter Rainer Herrmann mit einer Million Euro mehr an Umsatz durch den Verkauf eigens kreierter Mozartknödel. Auch der Wurstfabrikant Wiesbauer setzt auf die Werbewirkung des Komponisten. Josef Ungerböck, Verkaufsleiter bei Wiesbauer: "Wir erwarten uns zehn bis 15 Prozent an Umsatzsteigerungen durch die Mozartkollektion mit Braten, Schinken und Salami."

Die Post will ebenfalls auf den Mozartexpress aufspringen: Das bald börsennotierte Unternehmen will heuer 6,5 Millionen Mozart-Briefmarken auflegen. Gesamtwert: 3,7 Millionen Euro. Die Münze Österreich presst derweil güldene Mozarttaler im Wert von fünf Millionen Euro.

Imageverbesserung
Während einige Firmen sich durch Wolferl Umsatzzuwächse erhoffen, geht es anderen eher um das Image. "Spezielle Mozartdrinks und-joghurts von Alpenmilch werden unseren Umsatz nicht sehr beeinflussen, sie werden aber helfen, uns am nationalen und internationalen Markt besser zu positionieren", sagt Alpenmilch-Marketingleiterin Sabine Meissnitzer.

International kommt der Name des Komponisten vortrefflich an: Mozart rangiert weltweit unter den Top-5-Marken. Das Werbekonzept Mozart scheint aufzugehen. Laut Fritz Scheuch, Marketingexperte der WU Wien, könnten die Bemühungen der Firmen aber auch den gegenteiligen Effekt haben: "Der Name nutzt sich ab und kann Imageverwässerungen zur Folge haben. Oft wirkt es aufgesetzt. Andere Kernbotschaften werden kannibalisiert, wenn man ein Produkt nur mit Mozart verbindet."

Klassik gegen Kapitalismus
Einer, der den Produkteboom rund um das Mozartjahr "differenziert" sieht, ist der Wiener Mozartjahr-Intendant Peter Marboe: "Es ist eine Versuchung für die Wirtschaft, sich der Marke zu bedienen. Aber ich verstehe, wenn es jemand übertrieben findet." Marboe sieht seine Veranstaltungen als Gegenpol zum Mozart-Kapitalismus. Er freut sich über 30.000 bisher verkaufte Tickets allein für das Geburtstagswochenende.

Noch mehr Infos über Moneymaker Mozart finden Sie im aktuellen FORMAT!