Mohammed-Karikaturen: Student kündigt weitere Proteste in Wiener Innenstadt an

Organisator: 'Wut politischen Ausdruck verleihen' Forderung: 'Westlichen Krezzug gegen Islam stoppen'

In Wien wird es zu neuen Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen geben. Der 20-jährige Student Mohamed Mahmoud will mit einer von ihm organisierten Demonstration in Wien am Samstag "seiner Wut politischen Ausdruck verleihen". Mahmoud gehört dem eigenem Bekunden nach keiner Organisation und ist Sohn ägyptischer Einwanderer.

Mahmoud fordert eine Entschuldigung von jenen Medien und Regierungen, die die Muslime auf der ganzen Welt beleidigt hätten. Der Organisator erkennt in den Karikaturen eine "Art Kulturkrieg", dem die offiziellen Islamischen Glaubensgemeinschaften in Österreich zu wenig entgegensetzen würden. Die Kundgebung sei eine Aufforderung dazu, den "westlichen Kreuzzug gegen den Islam" zu stoppen und ein Ausdruck gegen "Besatzung und Krieg jeder Art und Weise".

Vor allem Jugendliche der zweiten Zuwanderer-Generation sollen mit dieser Aktion zum Mitmachen bewegt werden, da diese sich zumeist von keiner offiziellen Islamischen Glaubensgemeinschaft vertreten fühlten. Für die vergangene Woche in Wien von der libyschen Botschaft organisierte Demonstration gegen die Mohammed-Karikaturen ist Mahmoud zwar dankbar, allerdings sei die Aktion schlecht organisiert gewesen, und Libyen vertrete nicht die Muslime in Österreich. Daher sei es notwendig, noch eine Aktion zu starten. Durch eine bessere Organisation hofft Mahmoud auf "mehr Teilnehmer als letztes Mal". Bei den Protestkundgebungen vergangene Woche demonstrierten laut Polizei rund 350 islamische Gläubige.

Ihre Unterstützung sagten laut Organisator "zahlreiche arabische und nichtarabische Muslime" zu, die "Plattform der Antiimperialistischen Koordination" sowie eine nicht näher definierte "christliche Glaubensgemeinschaft". Die Kundgebung startet am Samstag, um 15:15 Uhr vor der Staatsoper. Geplant ist ein Marsch zur nahe gelegenen dänischen Botschaft, wo ein Protestbrief überreicht werden soll. Die Schlusskundgebung findet vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in der Wiener Innenstadt statt. (apa/red)