Mohammed-Karikaturen als Pulverfass: Aufgebrachte Muslime drohen mit Gewalt

Palästinenser wollen jetzt Europäer zu entführen PLUS: Die Aufreger-Zeichnungen zum Durchklicken

Mohammed-Karikaturen als Pulverfass: Aufgebrachte Muslime drohen mit Gewalt

Aus Wut über Karikaturen des Propheten Mohammed haben aufgebrachte Muslime Europäern Gewalt angedroht. Jeder Däne, Deutsche, Norweger und Franzose in den palästinensischen Gebieten sei "eine Zielscheibe", erklärten das "gemeinsame Kommando" der Al-Aksa-Brigaden und das Komitee für den Volkswiderstand im Gaza-Streifen. Bewaffnete Palästinenser bedrohten die Vertretung der Europäischen Union im Gaza-Streifen. Palästinenser in Nablus im Westjordanland drohten mit der Entführung von Europäern.

Außenministerin Ursula Plassnik sprach von einer "Besorgnis erregenden Eskalation". Sie sagte in einer Rede vor dem Ständigen Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), dass Äußerungen und Handlungen, die eine Religion in beleidigender Weise herabwürdigen, "deutlich zu verurteilen" seien. Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner rief zum Respekt des Islam auf.

Vizekanzler Hubert Gorbach betonte unterdessen, dass "die Meinungsfreiheit eines der wichtigsten demokratischen Grundrechte" sei. Es handle sich "schlicht und ergreifend nur um Karikaturen, die zwar die Meinung der Zeichner, nicht aber der Regierungen und Nationen widerspiegeln. Bewaffnete Proteste sind jedenfalls nie ein adäquates Mittel."

Der österreichische Botschafter in Teheran war ins Teheraner Außenamt zitiert worden, wie die iranische Agentur IRNA meldete. Der Iran habe seine "große Unzufriedenheit" darüber ausgedrückt, "dass sich das Ausmaß der Beleidigungen der heiligsten Person des Islam von Dänemark auf andere europäische Staaten ausgeweitet hat" und darauf hingewiesen, dass die Affäre "ernste Konsequenzen" für das künftige Verhältnis zwischen der EU und der islamischen Welt haben könne.

Auslöser des Streits sind zwölf Karikaturen, welche die dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" Ende September unter der Überschrift "Die Gesichter Mohammeds" veröffentlicht hatte. Zeitungen in mehreren europäischen Ländern druckten sie ganz oder teilweise nach.

(apa/red)