Mohammed-Schmähfilm von

US-Diplomaten abgezogen

Botschaftspersonal aus Sudan und Tunesien zurückbeordert. Reisewarnung!

Proteste im Sudan wegen Mohammed-Film. © Bild: REUTERS/Stringer

Angesichts der gewaltsamen Proteste gegen den Mohammed-Schmähfilm hat die US-Regierung ihr Botschaftspersonal aus dem Sudan und Tunesien zurückbeordert und zugleich eine Reisewarnung für die beiden Länder ausgegeben. Alle Angehörigen sowie das nicht dringend benötigte Botschaftspersonal werde aus den beiden islamischen Ländern evakuiert, teilte das US-Außenministerium mit. Außerdem gehen die Proteste weiter udn ein Verbot des Videos wird gefordert.

US-Bürgern wurde davon abgeraten, sich in Tunesien und Sudan aufzuhalten. In beiden Ländern hatten Demonstranten versucht, in die US-Botschaften einzudringen. In Khartum starben drei Menschen, als die aufgebrachte Menge die US-Botschaft stürmte. Washington warf der sudanesischen Regierung vor, die diplomatische Vertretung nicht ausreichend zu schützen. Daher schickte das Pentagon Marineinfanteristen ins Land. In Tunis kamen vier Menschen bei Angriffen auf die US-Botschaft ums Leben. Im libyschen Benghazi waren vier US-Amerikaner, darunter Botschafter Christopher Stevens, beim Sturm aufs US-Konsulat ums Leben gekommen.

Anlass für die Erregung in der islamischen Welt ist ein in den USA produzierter Film, in dem Glaubensgründer Mohammed als Kinderschänder und Frauenheld dargestellt wird. Der Film mit dem Titel "The Innocence of Muslims" wurde bisherigen Erkenntnissen zufolge von einem bei Los Angeles lebenden koptischen Christen hergestellt.

Bangladesch fordert Verbot von Schmähvideo

Die Regierung von Bangladesch hat sich für das Verbot eines in den USA privat hergestellten antiislamischen Schmähvideos ausgesprochen. "Ich werde die Regierung der Vereinigten Staaten dazu anhalten, den umstrittenen Film zu verbieten und eine Bestrafung der Produzenten zu garantieren", sagte Ministerpräsidentin Sheikh Hasina am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka. Kein Muslim könne eine Verunglimpfung des Propheten Mohammed tolerieren.

Bereits am Samstag hatte die Regierungschefin das Video scharf verurteilt und erklärt, die Anstachelung zum Hass könne nicht mit dem Recht auf Meinungsfreiheit gerechtfertigt werden. Etwa 90 Prozent der 160 Millionen Einwohner von Bangladesch sind Muslime.

Proteste in Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul protestierten unterdessen rund 1.500 Menschen friedlich gegen den Film. Es habe weder Krawalle noch sonstige Gewaltausbrüche gegeben, sagte Polizeichef Abdul Salangi am Sonntag. In vielen islamischen Ländern im Nahen Osten und Nordafrika hatte das Schmähvideo in den vergangenen Tage zu gewaltsamen Protesten geführt.

Kommentare

Ich bin nur neugierig, wie viele der 144 Millionen Muslime in Bangladesh, einem der ärmsten Länder der Welt, die Möglichkeit haben, das Video zu sehen, oder die Millionen in den anderen islamischen Ländern, die da protestierend und randalierend die westliche Welt verdammen.

Und nach den Protesten stehen sie wieder da wie der Esel am Berg und bemerken dann, dass ihre eigenen Länder nach wie vor wirtschaftlich wie gesellschftlich immer noch völlig am Boden liegen. Derweil man in Europa, Ostasien, Südamerika und den USA sich den Bauch vor Lachen hält ob der Dummheit dieser unbeholfenen und bildungsfernen muslimischen Extremisten.

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