Mitt Romney von

10 Jahre keine Steuern?

Der Republikanische Präsidentschaftskandidat kommt wegen Steuern in die Kritik

Mitt Romney - 10 Jahre keine Steuern? © Bild: APA/EPA/NEIL MUNNS

Manchmal sollte man wohl doch besser auf die Eltern hören: Papa-Romney wusste nämlich, was sich für einen Präsidentschaftskandidaten gehört und legte seine Steuererklärung für die letzten zwölf Jahre vor. Das brachte ihm zwar nicht die Präsidentschaft, aber eine saubere Weste ein. Sein Sohn Mitt Romney hat bislang nur von 2010 eine Steuererklärung vorgelegt und will sie für 2011 nachreichen. Auskunft über weitere Jahre verweigert er. Die Gerüchteküche, dass er etwas zu verbergen hat, brodelt schon länger. Nun legt der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat Harry Reid nach und behauptet, dass Romney zehn Jahre keine Steuern gezahlt haben soll.

George Romney, Mitts Vater, hatte es leichter. Zwar war auch er sehr reich, aber Reiche waren damals im Vergleich zur Mittelschicht viel weniger wohlhabend und zahlten viel mehr Steuern. Auch verdiente er sein Geld in der Autoindustrie und nicht mit der Zerschlagung und dem Weiterverkauf von Firmen. Da kann man bedenkenlos auch seine Steuererklärung veröffentlichen, wie übrigens auch Barack Obama, der gleich für 16 Jahre Steuerunterlagen vorlegte.

Mitt Romney hat es da schwerer. Die sehr niedrige Besteuerung von Kapitaleinkünften in den USA - und Romney hat vor allem Kapitaleinkünfte - macht jede Veröffentlichung seiner Steuererklärung zum potenziellen Spielball der Kritik . Aber das alleine, meinen viele Beobachter, kann nicht der Grund sein, dass er sich so konsequent weigert seine Steuererklärungen zu veröffentlichen.

10 Jahre lang "steuerfrei"?
Der Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat Harry Reid, beschuldigt ihn nun, über einen Zeitpunkt von zehn Jahren keine Steuern gezahlt zu haben. Er nennt als Quelle einen Freund, der lange bei Bain Capital, der Firma für die Romney tätig war, investiert gewesen sei. Romney wies die Vorwürfe umgehend zurück und behauptete, immer sehr viele Steuern bezahlt zu haben. Reid lässt jedoch nicht locker und hält an seinen Vorwürfen fest. Für ihn ist die Lage komfortabel, kann er doch mit Recht darauf verweisen, dass Romney durch die Veröffentlichung seiner Steuerakten alle Vorwürfe entkräften könne.

Klar ist, dass sich Romney die US-Präsidentschaft vermutlich auf ein Steuerformular aufzeichnen kann, wenn es dem Obama-Lager gelingt, die Vorwürfe zu beweisen. So lange sich Romney weigert offenzulegen, wird das Thema im US-Wahlkampf jedenfalls ein Problem für ihn bleiben.

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