Seit rund drei Wochen ist Miss Austria Amina Dagi bereits in China, um sich auf die bevorstehende Wahl zur Miss World vorzubereiten. Eine aufregende Zeit, in der Dagi aber auch mit Heimweh, kulinarischen Experimenten und einem strengen Organisationsteam zu kämpfen hat.
Zusammen mit 119 anderen Kandidatinnen fiebert Amina auf den 18. August hin. Dann wird im chinesischen Ordos die schönste Frau der Welt gewählt. Bis dahin muss sich die Vorarlbergerin mit russischen Wurzeln mit einem strikten Zeitmanagement arrangieren. "Es ist alles unter Kontrolle. Wir dürfen nichts selbständig machen. Jeder Tag ist mit vielen Terminen verplant und das Schwierige dabei ist, dass sich oft kurzfristig alles ändert. Wenn bei 120 Mädchen plötzlich innerhalb einer halben Stunde alles neu sein soll, dann gehts los mit der Hetzerei." So stressig hatte sich Amina die Vorbereitungsphase eigentlich nicht vorgestellt. Vor allem der konstante Schlafmangel bereitet den Missen Probleme. "Wir haben alle zu wenig Schlaf, sind dann während des Tages sehr erschöpft und die Aufgaben fallen uns viel schwerer."
Neue Freundinnen und bunter Sprachenmix
Ein Umstand, der die Konkurrentinnen zusammenschweißt. Die schüchterne und anfangs sehr zurückhaltende Amina hat mittlerweile Anschluss gefunden. "Die Missen hatte ich nicht richtig eingeschätzt. Der Großteil ist sehr zuvorkommend, freundlich und extrem hilfsbereit." Aminas Sprachkenntnisse helfen ihr dabei enorm weiter. Geredet wird viel, meist auf Englisch. "Mit den Missen aus dem Osten rede ich aber Russisch und mit Miss Germany und Türkei Deutsch. Mein Französisch hat sich auch schon verbessert, da ich in meiner Gruppe außer der Miss Finnland nur französischsprachige Missen (Belgien, Frankreich, Gabun, Elfenbeinküste) habe." Vor allen Dingen mit ihrer Zimmerkollegin Miss Belgien ist eine enge Freundschaft entstanden. "Wir teilen alles miteinander und können über alles reden!" schwärmt Amina. Zickenkriege wegen Badezimmerfragen sind also nicht zu erwarten: "Die morgendliche Schminkprozedur bereitet keine Probleme. Ich stehe früher auf, da ich länger im Bad brauche und Platz ist genug."
Auf wen tippen die Missen?
Während nach außen hin Miss Mexiko als haushohe Favoritin gehandelt wird, sehen die Kandidatinnen übrigens eine andere vorne: Miss China. "Sie singt fantastisch Arien und hat beim Dinner oft eine Solo-Performance." Von Buchhalter- und Wettkursen kriegen die Mädchen laut Amina aber nichts mit. Durch den vollen Terminplan bleibt schließlich wenig Spielraum für anderes. Zeit für Heimweh hat die 17-Jährige aber schon noch. "Mit meiner Mama schreibe ich jeden Tag und wir senden uns Videos und Bilder per WhatsApp. Wir alle hier freuen uns wie kleine Kinder, wenn wieder einmal ein Video oder Bild angekommen ist." Sie vermisst vor allem ihre Familie und frisches Leitungswasser.
Selbstwaschen empfohlen!
Das traditionell chinesische Essen hat es Amina ebenfalls nicht gerade angetan, auch wenn sie sich schon mal getraut hat, ein Stück Schlange zu probieren. Bei einem erlaubt sie sich aber keine Experimente: "Wir können unsere Schmutzwäsche zwar im Hotel abgeben und waschen lassen, müssen aber dafür zahlen. Ich wasche sie selber in der Badewanne, nur da kann ich sicher sein, dass ich kein Kleid in falscher Farbe oder um zwei Nummern kleiner zurück bekomme."