Minister der OPEC-Staaten sind sich einig: Förderquoten bleiben vorerst unverändert

Keine Senkung wegen des derzeit hohen Ölpreis

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) lässt die Fördermenge unverändert. Die OPEC, inklusive dem Iran, habe sich darauf verständigt, die Ölproduktionsmenge nahe den bisherigen 28 Millionen Barrel pro Tag zu belassen, sagte der algerische Energieminister Chakib Khelil am Dienstag beim Treffen des Ölkartells in Wien.

Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem der saudiarabische Ölminister Ali Naimi bereits am Montag gesagt hatte, alle elf OPEC-Mitglieder seien sich einig, die Fördermenge nicht zu verändern. Für das März-Treffen der Organisation seien aber alle Optionen offen, hatten hochrangige OPEC-Mitglieder am Montag erklärt.

Auch wenn die OPEC wegen eines Nachlassens der Nachfrage im zweiten Quartal besorgt sei, bestehe Einigkeit, die Fördermengen nicht zu ändern, sagte der saudiarabische Ölminister. Sein libyscher Amtskollege Fathi Omar Bin Shatwan erklärte: "Solange der Preis hoch ist, besteht keine Notwendigkeit für eine Kürzung." Sollte es Probleme geben, könnte eine Senkung der Fördermengen immer noch beim nächsten Treffen beschlossen werden. Naimi hatte am Sonntag allerdings gesagt, er sehe absolut keine Ursache, die Förderung in diesem Jahr zurückzufahren.

Der Preis für US-Öl hat sich am Dienstag angesichts des wachsenden Konflikts um das Atomprogramm des Iran über der Marke von 68 Dollar (56,3 Euro) je Barrel gehalten. Das Barrel (159 Liter) US-Öl zur Lieferung im März verbilligte sich um 30 US-Cent auf 68,05 Dollar. Die führende Nordseesorte Brent kostete mit 65,99 Dollar 60 Cent weniger.

Der Konflikt über das Atomprogramm des Iran überschattete auch das Treffen in Wien. Im Atomkonflikt mit dem Iran hatten die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) beschlossen, sich bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO für eine Einschaltung des UNO-Gremiums einzusetzen. Nach den Worten des iranischen Chef-Unterhändlers bedeutet die Entscheidung das Ende der Diplomatie. Für diesen Fall befürchten Händler, die Regierung in Teheran könne mit einer Verringerung seiner Öllieferungen die Rohölpreise nach oben treiben. Der iranische Ölminister Karem Wasiri sagte allerdings, selbst für den Fall einer Eskalation des Atomstreits habe sein Land keine Pläne für einen Stopp der Ölexporte. "Wir vermischen Öl und Politik nicht miteinander", sagte er.

(apa/red)