Miller startete Torino 2006 in gewohnt offensiver Manier: Paralleltour zum Weltcup!

US-Boy setzt auf Motorhome statt Olympischen Dorf

Bode Miller hat in Turin seinen ersten öffentlichen Auftritt im Rahmen der Olympischen Winterspiele absolviert. Bei der Pressekonferenz im Turiner Medienzentrum ging es jedoch weniger um Millers sportliche Ambitionen bei den Spielen, sondern um Themen abseits der Piste. So bestätigte der Amerikaner, der noch auf sein erstes Olympisches Gold wartet, einmal mehr seinen Plan von der Gründung einer eigenen Ski-Tour parallel zum aktuellen Weltcup: "Diese Option gibt es nach wie vor, das war nicht nur so dahingesagt."

"Es gibt derzeit keine Konkurrenz zum Weltcup, das Ganze ist ein wenig eingerostet. Enttäuschend für mich ist, dass die FIS diesen Plan so negativ sieht und keinen Wettbewerb duldet", so der 28-Jährige, der die Ansicht vertritt, dass eine zweite Tour mehr Interesse am Skisport, frischen Wind und neue Motivation bringen würde. Miller will sich deshalb in naher Zukunft - womöglich nach Ende der laufenden Saison - mit einigen Top-Athleten und den FIS-Verantwortlichen an einen Tisch setzen.

Das Olympische Athletendorf wird Miller in Sestriere meiden, wie im Weltcup zieht der Doppelweltmeister der WM 2005 in Bormio (Super G und Abfahrt) sein Motorhome vor. "Das Athletendorf ist in vielerlei Hinsicht nicht sehr gesund. Zum Beispiel sind die Betten sehr schmal und ungemütlich." Obwohl Miller im laufenden Winter erst ein Rennen gewonnen hat, zählt der Superallrounder auch in Sestriere zu den Topfavoriten - und das in allen fünf Bewerben.

Auf die Frage nach seinem angeblich gestörten Verhältnis zum US-Trainer-Team antwortete der gerne aus der Reihe tanzende Miller: "Obwohl ich ein sturer Bastard sein kann, bin ich stolz darauf, dass ich ein funktionierendes Mitglied dieses Systems bin." Und zu seiner kleinen vorolympischen Pause - Miller hatte die Weltcup-Rennen vor zwei Wochen in Garmisch-Partenkirchen für eine Golf- und Erholungs-Reise mit seinem jüngeren Bruder Chelone in Dubai gespritzt - meinte der erste amerikanische Gesamt-Weltcup-Sieger seit 1983 zu den Journalisten: "Diese Pause war mehr für euch als für mich." Spätestens seit Dienstagnachmittag ist diese Pause nun für beide Seiten wieder Vergangenheit. (apa/red)