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Rote Zahlen

Softwarekonzern verbucht erstmals seit Börsengang im Jahr 1986 einen Verlust

Microsoft - Rote Zahlen © Bild: apa/epa/Gombert

Das Internet bleibt die Schwachstelle von Microsoft. Der weltgrößte Software-Konzern verzeichnet deshalb seinen ersten Quartalsverlust. Die Hoffnungen ruhen nun wieder einmal auf der Geldmaschine Windows. Ein gründlich daneben gegangener Internet-Zukauf beschert Microsoft den ersten Verlust als börsennotiertes Unternehmen.

Das Minus im vierten Geschäftsquartal summierte sich auf 492 Mio. Dollar (400 Mio. Euro), wie der Software-Primus am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres von April bis Juni hatte Microsoft noch einen Gewinn von 5,9 Mrd. Dollar eingefahren.

Zukauf ging nach hinten los
Hintergrund des Einbruchs ist die Übernahme der Online-Werbefirma Aquantive vor fünf Jahren. Mit diesem Zukauf wollte sich Microsoft eigentlich auf Augenhöhe mit dem Rivalen Google bringen, der kurz zuvor den Werbespezialisten DoubleClick geschluckt hatte. Doch während bei Google die Werbemilliarden flossen, tröpfelten die Einnahmen bei Microsoft nur. Der Windows-Konzern schrieb nun fast den gesamten damaligen Kaufpreis von 6,3 Mrd. Dollar ab.

Microsoft hatte diese Abschreibung schon Anfang des Monats angekündigt. Entsprechend vorgewarnt waren die Anleger. Sie hatten sogar mit einem noch heftigeren Verlust gerechnet. Nachbörslich stieg die Aktie so um gut 2 Prozent.

Online-Geschäft ist Dauerbaustelle
Das Online-Geschäft ist eine Dauerbaustelle, in der Microsoft über die Jahre viele Milliarden versenkt hat. In dem nun abgeschlossenen gesamten Geschäftsjahr addierte sich das operative Minus der Sparte zusammen mit der Abschreibung auf 8,1 Mrd. Dollar. Schon im Jahr davor hatte der Konzern hier 2,7 Mrd. Dollar verloren.

Flaggschiff der Internet-Sparte ist die Suchmaschine Bing, die trotz einer Kooperation mit Yahoo einen schweren Stand gegenüber dem Marktführer Google hat. Sein Geld verdient Microsoft wie eh und je vor allem mit seinem PC-Betriebssystem Windows und seinen Office-Büroprogrammen. Hinzu kommt Software für leistungsstarke Firmenrechner, sogenannte Server.

Office- und Server-Geschäft rettet Unternehmen
Vor allem dank eines gut laufenden Office- und Server-Geschäfts legte der Umsatz im Schlussquartal des Geschäftsjahres um 4 Prozent auf 18,1 Mrd. Dollar zu. Das sei ein Rekordwert, betonte Konzernchef Steve Ballmer. Windows 7 dagegen verkaufte sich kurz vor der Ablösung durch das am 26. Oktober erscheinende Windows 8 merklich schlechter und warf auch weniger Gewinn ab.

Die weltweite PC-Nachfrage stagnierte zuletzt angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie der Beliebtheit von Tablet-Computern und Smartphones. Deshalb wird das kommende Windows 8 in seinen diversen Varianten auch diese mobilen Geräte antreiben können. Microsoft erhofft sich durch Windows 8 überdies eine Belebung des PC-Markts.

Rabatt für Käufer
Um den Absatz von Windows 7 in den verbleibenden Monaten zu stützen, verspricht Microsoft den Käufern einen Rabatt beim Upgrade auf die Nachfolgesoftware. Dafür plante der Konzern schon mal 540 Millionen Dollar ein.

Auch im Unterhaltungsbereich mit der Spielekonsole Xbox 360 gab es im Schlussquartal rote Zahlen. Microsoft versucht mit großem Aufwand, die Xbox zum Herzstück der Wohnzimmer-Unterhaltung zu machen. Dafür wurde das Angebot von Filmen und Sendungen für die Plattform stark ausgeweitet. Der Umsatz in der Sparte stieg.

Im gesamten Geschäftsjahr konnte Microsoft den Konzernumsatz um 5 Prozent auf den Bestwert von 73,7 Mrd. Dollar hochschrauben. Der Jahresgewinn fiel dagegen wegen der Abschreibung um gut ein Viertel auf 17,0 Mrd. Dollar.

Kommentare

Microsoft wird das neue Nokia... Microsoft wird das neue Nokia. Windows 7 hält bei weitem nicht das was es verspricht. Eigentlich muss man zwei Systeme parallel laufen lassen, wenn man Programme bedienen will, die nicht alle 64-bit tauglich sind. Windows 7 im 32-Bit auf einer Partition und Windows 7 im 64-Bit-Modus auf einer anderen Partition. Das Betriebssystem für Handys ist eine Katastrophe. Das Onlinegeschäft haben sie nicht kapiert, weil man dazu die falsche Strategie und ungeeignete Manager engagiert hat.

Der neue Hoffnungsträger Windows 8 ist für viele keine Hoffnung, da fast alle User wieder umlernen müssen. Zuerst der Sprung von 32-Bit auf ein schlecht umgesetztes 64-Bit-Betriebssystem, dann die Umstellung bei MS-Office in der Bedienung, dann Win 8 statt Win 7. Parallele Geschichte zu Nokia.
Abwarten.

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