Microsoft forciert E-Mails aufs Handy - soll leicht in Outlook integriert werden können

Betriebssystem Windows Mobile 5 als Alleskönner Auch Media Player und Powerpoint sind inkludiert

Microsoft will mit direktem E-Mail-Empfang auf dem Handy den Mobilfunkmarkt aufrollen. Auf der Branchenmesse 3GSM in Barcelona stellt der weltgrößte Softwarehersteller gemeinsam mit Netzbetreibern und Handy-Herstellern die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem Windows Mobile 5 vor.

Die so genannte "Push"-Funktion, bei der E-Mails direkt auf mobile Geräte durchgeleitet werden, hat bereits zum Beispiel den "BlackBerry" des Herstellers RIM populär gemacht. Microsoft betont jedoch, dass Handys mit seinem Betriebssystems besonders leicht in die bestehende Outlook- und Exchange-Infrastruktur eingebunden werden können.

Smartphones und Taschen-PCs mit Mobile 5
Hewlett-Packard, Fujitsu Siemens, Asus und der thailändische Hersteller Chungwa werden in Barcelona Smartphones und Taschen-PCs mit dem neuen Betriebssystem zeigen, sagte Microsoft-Europa-Manager Hardy Poppinga der dpa. Das neue Windows Mobile umfasst auch einen Media Player zum Abspielen von Musik und Videos, eine mobile Version der Präsentationssoftware Powerpoint und ein Programm zur Textverarbeitung.

Kostenvorteil
Die wichtigen Geschäftskunden will Microsoft auch mit dem Kostenfaktor für sein Betriebssystem gewinnen. Da die Software-Infrastruktur von Microsoft wie Windows, Outlook und Exchange in den Betrieben in der Regel bereits vorhanden ist, sei die Integration neuer Geräte etwa für Geschäftsreisende oder Außendienstmitarbeiter besonders einfach, sagt Poppinga. Die Einbindung weiterer mobiler Geräte in ein Firmennetzwerk mit Microsoft-Software sei so einfach wie der Anschluss eines PCs.

MP3-Player sollen verdrängt werden
Microsoft setzt große Hoffnungen auf den Mobilfunkmarkt. Zur Vorstellung von Windows Mobile 5 im Frühsommer vergangenen Jahres sagte Firmengründer Bill Gates unter anderem, er glaube, dass sich auf die Dauer hoch entwickelte Mobiltelefone mit ihrer Funktionsvielfalt zum Beispiel gegen MP3-Player wie den iPod von Apple durchsetzen werden. Smartphones - eine Kombination aus Handy und Mini-Computer - machten zuletzt zwar erst etwa sechs Prozent des Mobilfunkmarktes aus, sind jedoch rasant auf dem Vormarsch. Schätzungen zufolge könnten 2008 bereits 200 Millionen solcher Geräte verkauft werden. Dies wäre etwa ein Fünftel des gesamten Handy-Absatzes. (APA)