Michaela Dorfmeister: Was die Olympia-Siegerin mit dem weichen Herz jetzt plant

Auf und ab: Pech & Glück prägten die Ski-Karriere Zukunftspläne: Wo Gold-Marie künftig wohnen wird...

Michaela Dorfmeister: Was die Olympia-Siegerin mit dem weichen Herz jetzt plant

"Es kommt alles irgendwann zurück!" Dieser tröstende Stehsatz ihres Vaters Josef ist ein Wegbegleiter im Leben und in der Karriere der Michaela Dorfmeister (32) geworden. Als sie am Mittwoch im Ziel der Abfahrt endlich ihre so lange ersehnte Olympia-Goldmedaille hatte, war das "Nagano-Trauma" endgültig ausgelöscht. In Japan hatte Dorfmeister 1998 als Nobody olympisches Super-G-Gold um eine Hundertstel verpasst. Jetzt kann Dorfmeister zufrieden am Saisonende in die Ski-Pension gehen.

Knappe Entscheidungen, Pech und Glück stehen wie Meilensteine im Leben der am 25. März 1973 in Wien geborenen Niederösterreicherin, die sich aus dem flachen Osten Österreichs kommend den Respekt der "gestandenen" Skifahrer in diesem Land erst mühevoll erarbeiten musste. Ja sogar lange "Mundl" gerufen wurde, 2002 aber trotzdem als damals erste "Flachländerin" den Gesamt-Weltcup gewann.

Alles andere als normal...
Aber "normal" ist ohnehin das Wenigste verlaufen im Leben der burschikosen Pernitzerin, die einst auch durch ihre Liebe zu Ratten für Aufsehen gesorgt hat. Als Glücksritterin sieht sich Dorfmeister nicht. Auch wenn etwa bei den Weltmeisterschaften in Vail 1999 (Abfahrts-Silber) oder in St. Anton (Gold) erst Schneefall über Nacht optimale Verhältnisse für ihre Ski gebracht hatte und sie zur Doppelweltmeisterin gemacht hatte.

Raketen unter den Füßen
Mehrmals schon hatte man Dorfmeister Karriere-Müdigkeit nachgesagt. Vergangene Saison wollte sie es entgegen allen Prognosen aber noch einmal wirklich wissen, wechselte zu Atomic und bekam damit regelrechte "Raketen" unter die Füße. Die Entscheidung war goldrichtig, denn den laufenden Abfahrtsweltcup hatte sie schon vor Olympia in der Tasche. Im Super G führt sie.

Einige Hoppalas
Zu viel ist andererseits auch knapp daneben gegangen bei Dorfmeister, siehe Olympia in Salt Lake oder eben Nagano. Andererseits ist sie von wirklich großen Verletzungen bis in ihre letzte Saison verschont geblieben, obwohl "Hoppalas" und manchmal schon fast Chaos das Leben des "bunten Vogels" aus dem Piestingtal prägen.

Mondsee und Mostviertel
Am liebsten vergisst sie etwas oder lässt etwas liegen. Alles harmlos versichert Dorfmeister, die sich selbst als Mensch mit weichem Herz ("Ich kann Gottseidank Emotionen zeigen") aber auch als Kämpferin mit gesundem Ehrgeiz und Egoismus sieht. Dorfmeister hat auch ein Haus am Mondsee und bald ein prächtiges im Mostviertel, wo sie künftig zusammen mit ihrem Lebensgefährten Andreas wohnen wird. Auf ihrer Abschiedstournee durch den Skizirkus fühlt sie sich nun wohler denn je, mit den ständige Abschiedsworten- und Geschenken hat sie kein Problem. "Blumen kann man immer brauchen", hatte sie am Saisonbeginn scherzhaft gemeint.
(apa/red)