Die heutige erste Verhandlungsrunde der Metaller steht nach einem Jahr guter Konjunktur und Rekordbeschäftigung im Zeichen sinkender Wirtschaftsprognosen, der weltweiten Finanzkrise und einer weiterhin hohen Inflation. Einig sind sich Arbeitgeber und -nehmer, dass zumindest die Inflationsrate ausgeglichen werden muss.
Ein weiterer Richtwert ist die Pensionserhöhung, die 3,4 Prozent betrug (inklusive einer Einmalzahlung von 150 Euro). Der Kollektivvertrag (KV) der Metallbranche gilt als Richtschnur für alle weiteren Lohnverhandlungen.
Heuer dürfte es sich an der Frage spießen, ob Einmalzahlungen geleistet oder eine höhere prozentmäßige Lohnanhebung gewährt wird. Die Gewerkschaft hält nichts von steuerfreien Einmalzahlungen, sondern tritt für nachhaltige Lohnerhöhungen ein. Für die Arbeitgeberseite sind steuerfreie Einmalzahlungen allerdings durchaus eine Möglichkeit, um die Betriebe nicht nachhaltig zu belasten. Die Arbeitgeberseite fürchtet eine drastische Abkühlung der Konjunktur, die Arbeitnehmer verweisen auf die sehr guten Jahre 2007 und 2008, wo die Betriebe hohe Gewinne erzielten.
Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 3,6 Prozent und der Ist-Löhne um 3,5 Prozent. Zu dieser nachhaltigen Erhöhung kam eine Einmalzahlung von 200 Euro, die mit der März-Abrechnung fällig wurde, wodurch die Lohnerhöhung unterm Strich rund vier Prozent betrug. Die Einmalzahlung wurde an den Betriebserfolg (EBIT) gekoppelt. In Betrieben mit einem EBIT von weniger als 6 Prozent sinkt die Einmalzahlung auf 150 Euro. Ist das EBIT null oder negativ entfällt die Einmalzahlung ganz. Ein ähnliches Paket wäre auch heuer denkbar, heißt es aus Verhandlungskreisen.
Die Metaller-Verhandlungen finden in politisch turbulenten Zeiten statt, beginnen nun ja auch die Koalitionsverhandlungen nach der Nationalratswahl. Im vergangenen Jahr waren drei Verhandlungsrunden und zuletzt ein 17-stündiger Sitzungsmarathon für eine Einigung erforderlich.
(apa/red)