Menschenrechtsgruppe schlägt Alarm: 2005
Rekordzahl politischer Gefangener in Kuba

Dissidenten erwarten weitere Verschlechterung

In Kuba ist die Zahl der politischen Häftlinge nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe im vergangenen Jahr um 39 auf die Rekordzahl von 333 gestiegen. "Dieser Anstieg entspricht der andauernden Verschlechterung der Bürgerrechtslage und der politischen und wirtschaftlichen Situation in Kuba", hieß es im Jahresbericht der kubanischen Kommission für Menschenrechte und nationale Versöhnung (CCDHRN).

Im Jahr 2005 seien 53 Menschen aus politischen Gründen verurteilt worden, davon allein 40 in der zweiten Jahreshälfte. Die Gruppe führte dies auf eine Kampfansage von Staatschef Fidel Castro im Juli zurück, nach der gegen kubanische Dissidenten mit systematischen Repressionen vorgegangen worden sei.

Mit 333 politischen Häftlingen habe Kuba 2005 sehr wahrscheinlich an der Weltspitze gestanden, hieß es in dem Bericht weiter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hatte für den gleichen Zeitraum allerdings nur 80 politische Häftlinge in Kuba registriert. Für 2006 rechnet die CCDHRN mit einer weiteren Verschlechterung der Lage bei zunehmender Unzufreidenheit inder Bevölkerung.

"Wenn kein Wunder geschieht, wird die Regierung mit noch mehr Repressionen antworten", sagte der CCDHRN-Vorsitzende Elizardo Sanchez, der selbst acht Jahre als Dissident in Haft war. Seine Organisation lobte allerdings Kubas Politik einer weitreichenden sozialen Sicherung. (apa)