Mehr als 30 Gefangene in Guantanamo werden wegen Hungerstreiks zwangsernährt

US-Armee spricht von "sehr engagierter Kerngruppe"

Im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba werden nach Armeeangaben derzeit 32 im Hungerstreik befindliche Häftlinge zwangsernährt. Es gebe unter den Terrorverdächtigen eine "sehr engagierte Kerngruppe" von Hungerstreikenden, sagte Oberstleutnant Jeremy Martin am Montag vor Journalisten in Guantanamo.

Die Betroffenen würden über die Gefahren der Nahrungsverweigerung "aufgeklärt" und über Schläuche durch die Nase oder über Infusionen zwangsernährt. Derzeit verweigerten 43 Gefangene die Nahrungsaufnahme, einige von ihnen bereits seit mehreren Monaten.

Die ersten Hungerstreiks in Guantanamo hatten im August begonnen. Im September verweigerten nach US-Angaben 131 Gefangene die Nahrungsaufnahme. Die meisten von ihnen brachen den Hungerstreik inzwischen ab. Die US-Armee spricht von einem Hungerstreik, wenn ein Gefangener neun Mahlzeiten in Folge verweigert. Sobald der Gefangene wieder drei Mahlzeiten zu sich genommen hat, wird der Hungerstreik als beendet angesehen.

(apa/red)