Megadeal geplatzt: Bonner Kartellamt will RTL Kauf der zweiten n-tv-Hälfte verbieten

Hälfte-Anteile gehören im Moment CNN/Time Warner RTL verfügt bereits jetzt über dominante Position

Das deutsche Bundeskartellamt will RTL den Erwerb der alleinigen Kontrolle über den TV-Nachrichtensender n-tv untersagen, teilte das Kartellamt in Bonn mit. RTL hält bisher bereits 50 Prozent der Anteile an n-tv und will die restlichen 50 Prozent vom Mitgesellschafter CNN/Time Warner übernehmen.

Wenn RTL 100 Prozent an n-tv halte statt wie bisher 50 Prozent, würde dies zu einer Stärkung der "kollektiven marktbeherrschenden Stellung" des Senders auf dem Fernsehwerbemarkt führen, erklärten die deutschen Wettbewerbshüter am Montag in Bonn.

Auf diesem Markt verfüge die in Luxemburg ansässige RTL-Gruppe mit ihren Sendern RTL, VOX, Super RTL und n-tv gemeinsam mit der Münchner Sendergruppe ProSiebenSat.1 bereits heute über eine dominante Position.

RTL hatte Ende November angekündigt, den 50-prozentigen Anteil des US-Senders CNN an n-tv übernehmen zu wollen und so alleiniger Eigner zu werden. RTL und CNN sind seit Ende 2002 gemeinsame Gesellschafter von n-tv.

RTL und n-tv haben nun bis zum 16. Februar Zeit, zu den Bedenken des Kartellamts Stellung zu nehmen.

(apa/red)