Medaillen für Gastgeberland? Italien hofft auf "Herrn der Kufen" und "Super Rocca"

Rodler Zöggeler und der Slalom-Star als Favoriten 130.000 Euro gibt es für Italiens Olympiasieger

Rodler Armin Zöggeler soll die Erfolgsspur legen, Slalomstar Giorgio Rocca den goldenen Schlusspunkt setzen. Auf den "Herrn der Kufen" und "Super Rocca" setzt Gastgeber Italien während der Olympischen Winterspielen in Turin seine Gold-Hoffnungen, doch zunächst muss sich das Land von einem Unfall-Schock erholen.

Mit Langläuferin Stephanie Santer sowie den beiden gestürzten Skispringern Marco Beltrame und Stefano Chiapolino fallen in der Squadra Azzurra gleich drei Aktive mit schweren Verletzungen kurzfristig aus. "Das Schicksal scheint sich gegen unsere Mannschaft zu verschwören", fürchtete die "La Gazzetta dello Sport" am Mittwoch.

Der Druck auf die beiden Top-Favoriten im 183-köpfigen Rekord-Aufgebot der Gastgeber steigt damit weiter. "Die Zeit bis zum Slalom-Finale wird schrecklich", vermutet Rocca. Auf Schritt und Tritt wurde der mit fünf Siegen in Folge dominierende Slalom-Fahrer der Weltcup-Saison Mittwoch früh bei seinem Training am Slalom-Hang von Sestriere verfolgt. In Ermangelung anderer Superstars hatten Italiens Zeitungen den zurückhaltenden Familienvater zuletzt schon als Nachfolger des legendären Alberto Tomba bezeichnet.

Ganz Italien erwartet am 25. Februar von Rocca die Goldmedaille als krönenden Abschluss der Spiele. Das nach Russland und den USA drittgrößte Team peilt insgesamt 15 Medaillen bei den Heimspielen an. Das wären zwei mehr als 2002 in Salt Lake City, wo Daniela Ceccarelli im Super G, Stefania Belmondo und Gabriella Paruzzi im Langlauf sowie Zöggeler im Einsitzer Gold erobert haben.

Den goldenen Auftakt für das Land der dreifachen Olympiasieger Deborah Compagnoni und Alberto Tomba soll am Sonntag wieder Rennrodler Zöggeler besorgen. Der Südtiroler gilt nicht nur wegen des Heimvorteils als klarer Gold-Anwärter vor Europameister Albert Demtschenko aus Russland, Ex-Weltmeister David Möller und dem dreifachen Olympiasieger Georg Hackl (beide GER).

"Er hat hier sehr viel trainieren können", sieht Hackl seinen Rivalen im Vorteil. Der 32-Jährige dagegen wiegelte ab: "Es ist nicht einfach, zu Hause Rennen zu fahren - vor allem nicht bei Olympia. Die Deutschen darf man nie vergessen. Und wenn der Schorsch an den Start geht, ist er immer für eine Medaille gut."

Medaillen-Hoffnungen machen sich im Eisschnelllauf Europameister Enrico Fabris sowie Chiara Simionato, im Eiskunstlaufen Carolina Kostner sowie im Langlauf Gabriella Paruzzi und Sabina Valbusa. Einen Medaillenregen aber dürfen die Italiener von ihren Athleten im eigenen Land nicht erwarten. Vielleicht haben sie deshalb auch die Medaillenprämien so hoch angesetzt wie keine andere Nation: 130.000 Euro gibt es für Gold, 65.000 für Silber und 40.000 für Bronze.

(apa)