Mauerbach-Bluttat: Familie lebte laut Nachbar über ihren Verhältnissen

Konflikte mit Mutter der Frau, die Haus erhalten wollte Eines der getöteten Mädchen war ein Pflegekind

Die Bluttat in Mauerbach in der Nacht auf Dienstag ereignete sich offenbar vor dem Hintergrund eines Generationenkonflikts, bei dem es um Geld ging. Die Mutter der Frau, eine Pensionistin, versuchte, das ihr gehörende Haus zu erhalten. Doch der 50-jährige Frühpensionist - der mutmaßliche Täter - und seine Familie dürften über ihren Verhältnissen gelebt haben. Immer wieder gab es deshalb Auseinandersetzungen, erzählte Christian Gerd Laudenbach der APA.

Laudenbach half der Hausbesitzerin gemeinsam mit ihrem Großneffen in finanziellen Fragen. "Die Frau war nicht mit der baulichen und räumlichen Situation des Hauses zufrieden", sagte er. Es sei aber nicht darum gegangen, dass eine alte Frau eine junge aufstrebende Familie aus dem Gebäude hinausekeln wollte. Es habe eine schwierige finanzielle Situation gegeben. "Sehr viele Rechnungen sind auf die Kappe der Jungen gegangen", bis man den Hahn abgedreht habe und nicht mehr alles finanzierbar war.

Zu den Jungen habe er "nicht wirklich" Kontakt gehabt, sagte Laudenbach. "Es ist nicht über 'Grüß Gott' und 'Auf Wiedersehen' hinausgegangen." Da sei er eben wegen seines Kontakts zur Großmutter "auf der falschen Seite" gewesen. Auch zu den Kindern hatte Laudenbach wenig Kontakt. Sie hätten nach außen hin "sicher keine schlechte Kindheit" gehabt. Als Nachbar bekam er zwar manchmal lautstärkere Auseinandersetzungen und Türknallen mit, handgreifliche Auseinandersetzungen habe es aber nicht gegeben.

Einen Vorwurf könne man den Behörden machen, sagte Laudenbach. Eines der Mädchen sei ein Pflegekind gewesen. Die Entscheidung, das Mädchen der Familie in einer solchen Situation zu überantworten, könne er nicht nachvollziehen.

(apa)