Mann erschoss sich nach Tod seiner Frau: Vorweihnachtliche Familientragödie in Wels

Zeitungausträger schlug Verwesungsgeruch entgegen

In Wels hat die Polizei eine vorweihnachtliche Familientragödie entdeckt: Ein 69-jähriger Mann und seine 63-jährige Ehefrau wurden tot in ihrer Wohnung entdeckt. Dort lagen sie bereits seit dem 22. Dezember. Der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl korrigierte eine erste Information, wonach der Mann zuerst seine Frau und dann sich erschossen habe. Denn aus der in der Wohnung vorgefundenen Pistole ist nur eine Patrone abgeschossen worden.

So dürfte nach den jüngsten Ermittlungen die Frau alters- oder krankheitsbedingt, aber auf jeden Fall eines natürlichen Todes gestorben sein. Vermutlich aus Gram darüber hat sich ihr Mann erschossen. Eine Einwirkung Dritter schließt die Polizei aus.

Als Todeszeitpunkt wird von der Polizei deshalb der 22. Dezember angenommen, weil seit dem 21. Dezember die Post nicht mehr aus dem Briefkasten entnommen worden ist. Am 22. Dezember fuhren auch die zwei aus Kroatien stammenden Familien, die als Untermieter im Erdgeschoß und im ersten Stock des selben Hauses wohnten, in ihre Heimat. Seither war niemand im Haus.

Am Montagabend kamen die Untermieter zurück. Sie stellten starken Verwesungsgeruch im Haus fest. Sie konnten sich den strengen Geruch aber nicht erklären. Später kam ein Zeitungsausträger, der an das Ehepaar ein Bündel Zeitschriften liefern sollte. Er läutete an der Tür zur im zweiten Stock gelegenen Wohnung. Weil sich niemand meldete, öffnete er die unversperrte Tür. Sofort schlug ihm intensiver Verwesungsgeruch entgegen. Vom Vorraum aus sah er einen neben dem Küchentisch liegenden leblosen Körper. Er alarmierte die Polizei. Als Rettung und Notarzt eintrafen, konnten diese nur noch den Tod der beiden feststellen. In der Wohnung wurde auch der Hund des Ehepaares gefunden. Er war seit dem Tod der beiden am 22. Dezember in der Wohnung eingesperrt gewesen.

Bei der Leiche in der Küche handelte es sich um den Mann, seine tote Frau lag im Wohnzimmer. Laut Sicherheitsdirektor Alois Lißl gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass die 63-Jährige, die schon sehr schwach war, eines natürlichen Todes gestorben ist. Sie weist keinerlei äußere Verletzungen auf. Ihr 69-jähriger Mann griff vermutlich daraufhin aus Verzweiflung zu seiner Pistole und erschoss sich, so Lißl. Aus dem Magazin der Waffe fehlt nur eine Patrone. (apa/red)