Mangelndes Krisenmanagement: Kongress kritisiert Bush wegen Verhalten bei "Katrina"

Fehleinschätzungen auf allen Regierungsebenen Hat bürokratische Widerstände nicht durchbrochen

Der US-Kongress hat der "Washington Post" zufolge Präsident George W. Bush und seiner Regierung vorgeworfen, die Schwere von Hurrikan "Katrina" unterschätzt zu haben. In einem Bericht des Kongresses würden 90 Punkte aufgelistet, in denen die Reaktion der Regierung unzureichend gewesen sei, berichtete die Zeitung am Sonntag.

Fehleinschätzungen habe es auf allen Regierungsebenen gegeben, insbesondere bei Heimatschutzminister Michael Chertoff. Dieser sei zu weit von den Ereignissen entfernt gewesen und habe die Notfallinstrumentarien "zu spät, zu ineffektiv oder überhaupt nicht" in Gang gesetzt. So sei der Einsatz von Soldaten und die Lieferung von Hilfsgütern um bis zu drei Tage verzögert worden.

Zudem hätten verschiedene Einrichtungen nicht mit- sondern gegeneinander gearbeitet, heißt es der Zeitung zufolge in dem Bericht. Bush hätte als einziger die Möglichkeit gehabt, die bürokratischen Widerstände zu brechen. Er habe aber nichts unternommen, um die Reaktion auf die Katastrophe zu beschleunigen. Der Umgang mit dem Hurrikan zeige, dass die Regierung nicht die nötigen Konsequenzen aus den Anschlägen vom 11. September 2001 gezogen habe.

Hurrikan "Katrina" hatte am 29. August die Golfküste der USA heimgesucht. Dabei waren mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen. Weite Teile der Stadt New Orleans wurden überflutet.
(apa)