Mailand Fashion Week von

Alle warten auf Jil Sander

Nach New York und London sieht die Modewelt nun nach Italien

Models bei der Mailand Fashion Week © Bild: APA/EPA/Daniel dal Zennaro

Der Modezirkus ist wieder in Mailand: Nach den Stationen New York und London wollen Fashion-Profis und -Liebhaber aus aller Welt sehen, wie Italiens Designer die Frau in der nächsten warmen Jahreszeit (Frühjahr/Sommer 2013) einkleiden. Mit Spannung erwartet wird vor allen Dingen die Comeback-Show von Jil Sander.

Mehr als 70 große Shows werden bis Dienstag geboten. Gleich am Mittwochnachmittag stand mit Gucci einer der ganz wichtigen Namen der italienischen Mode auf dem Veranstaltungskalender. In den folgenden Tagen präsentieren sich dann noch Marken und Designer wie Prada, Versace und Giorgio Armani.

Fokus auf Jil Sander

Doch sie alle stehen diesmal ein wenig im Schatten einer Deutschen: Jil Sander (68) wird am Samstag ihre erste Damenkollektion nach der Rückkehr in das einst von ihr gegründete Label vorstellen. Zwar vollzog sie ihr Comeback rein faktisch bereits mit der im Juni ebenfalls in Mailand vorgeführten Männer-Linie. Die Frauenmode hat jedoch ein weitaus höheres Gewicht - mit ihr wurde die Hamburgerin in den 80er und 90er Jahren zu einer stilprägenden Designerin.

Prunk trotz Krise

Auch wenn bei der Mailänder Modewoche traditionell auf Prunk gesetzt wird, ist hinter den Kulissen trotzdem klar, dass sich die Modebranche in einer Krise befindet. "Viele Unternehmen befinden sich in einer äußerst schwierigen Situation. Bis Ende 2012 ist in der Modebranche mit einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent zu rechnen", betonte der Präsident der italienischen Modekammer, Mario Boselli, bei der Vorstellung der Modewoche. "Die Teilnahme vieler prominenter Namen bezeugt, dass sich die italienischen Designer trotz der Krise stark für Italiens Luxusbranche engagieren wollen", so Boselli.

Erhöhte Kosten bei Produktion

Die italienische Modebranche steht vor der Frage, wie man in Italien billiger produzieren kann, obwohl in den vergangenen zwölf Monaten die Strompreise für die Unternehmen um 30 Prozent gestiegen sind. "Die Strompreise erhöhen die Produktionskosten für einen Meter Stoff bis zu 25 Prozent. Die Textilproduktion ist im ersten Halbjahr um 15,3 Prozent gesunken, der Textilexport um 10,4 Prozent", teilte der 60.000 Unternehmen umfassende Verband der italienischen Modeindustrie "Sistema Moda Italia" mit.

Doch all dies soll bei der Fashion Week selbst nur Nebenthema sein: Neben einem umfangreichen Arbeitspensum wartet auf die Fachbesucher an den Abenden der Mailänder Modewoche ein ebenso vielfältiges Unterhaltungsprogramm mit Empfängen, Vernissagen, exklusiven Dinners und rauschenden Partys.

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