"Mafiöse Machenschaften": Visa-Affäre-
Zeugin belastet Diplomaten in Belgrad

"Einbrinung von Anträgen alles andere als vereinzelt"

Die Visa-Affäre in der Belgrader Botschaft scheint um eine Facette reicher zu sein. Laut Zeitungsbericht hätte es in der diplomatischen Vertretung mitunter "mafiöse Machenschaften" gegeben und zitiert in diesem Zusammenhang die ehemalige Generalkonsulin Andrea Sandhacker.

Konkret habe die Diplomatin kürzlich vor dem Wiener Landesgericht ausgesagt, so die "Kronen Zeitung", dass "die Einbringung von Visa-Anträgen durch den Attache für seine Freunde alles andere als vereinzelt" gewesen sei. Solche Anträge seien ohne oder mit unzureichenden Unterlagen eingereicht worden und hätten zudem gefälschte Einladungen aufgewiesen.

Außenministerium: Aussagen nicht neu
In einer Reaktion auf den Bericht der "Kronen Zeitung" wies Außenamtssprecherin Astrid Harz am Montagabend gegenüber der APA darauf hin, dass die Aussagen besagter Zeugin keineswegs neu und überdies nicht zutreffend seien. Während der Zeit, als die Diplomatin in Belgrad war, habe es insgesamt drei Inspektionen gegeben, wovon eine gemeinsam mit dem Innenministerium durchgeführt worden sei. Darüber habe es nach einer anonymen Anzeige auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegeben, die aber im März 2004 eingestellt wurden. (apa/red)