Männer wollen heuer Klamotten und Frauen
Autos: Wer sich im Jahr 2006 was leisten will

Studie: Wellness-Boom hält auch im neuen Jahr an Frauen denken mehr an Altersvorsorge als Männer

Im Jahr 2006 soll nach Expertenschätzungen der private Konsum zulegen. Gesundheit, Sport, Sparen für später bzw. Altersvorsorge liegen absolut im Trend - auch für berufliche Weiterbildung wird in Österreich heuer mehr ausgegeben beziehungsweise zurück gelegt als im abgelaufenen Jahr 2005. In ihrer "Geldstudie" 2006 wartet die Generali Versicherung nun auch mit Umfrageergebnissen auf, die langjährige Klischees über typisch weibliches oder typisch männliches Konsumverhalten über den Haufen werfen.

Die aktuelle Geldstudie räumt nämlich mit zumindest zwei Vorurteilen auf, was die Autoren der Untersuchung auch auf geschlechterspezifischen Nachholbedarf schließen lässt: Wer meint, dass Frauen mehr für Bekleidung/Schuhe ausgeben wollen und Männer mehr fürs Auto, irrt gewaltig. Weit mehr Männer (12 Prozent) wollen 2006 mit mehr Geld ihr Äußeres aufpolieren, bei den Frauen sind es nur 8 Prozent, die dafür tiefer in die Tasche greifen wollen. Das Auto bzw. die Mobilität hingegen wird für 17 Prozent der befragten Frauen wichtiger, bei den Männern sind das nur 12 Prozent.

Die Studie (Generali Geldstudie 2006) basiert auf einer repräsentativen Umfrage, die kurz vor dem Jahreswechsel durchgeführt wurde.

Zurückhaltendes Jahr 2005
Wegen der schwierigen Wirtschaftslage haben sich die Österreicher 2005 bei den Geldausgaben zurückgehalten. Doch für 2006 ist tendenziell ein Anstieg bei den privaten Ausgaben geplant, schrieb die Generali heute, Montag. Auch im neuen Jahr stehen dabei Gesundheit, Wohlbefinden und Sport an erster Stelle bei den Mehrausgeben: 26 Prozent der Befragten wollen heuer mehr dafür auszugeben.

Bei den Männern ist der Wellness-Trend mit 29 Prozent "überdurchschnittlich" stark ausgeprägt, ebenso bei jungen Leuten bis 29 Jahren mit 33 Prozent. Lediglich 4 Prozent der Befragten wollen für diesen wichtigen Lebensbereich weniger tief in die Tasche greifen. Entsprechend marginal sind am anderen Ende der Skala die Nennungen für Einkäufe von Alkoholika oder Zigaretten, dafür will ein Gutteil jedenfalls weniger ausgeben als letztes Jahr.

"Aufsteiger" des Jahres 2006 sind Aus- und Weiterbildung. Mehr als jeder Fünfte, konkret 21 Prozent, hat angegeben, 2006 mehr dafür zu investieren als 2005. Berufliche Qualifikation hat damit einen höheren Stellenwert erlangt. Die Männer sehen hier mit 24 Prozent offenbar einen höheren Finanzbedarf als Frauen mit 17 Prozent. Geographisch sind diese Nennungen im struktur-schwächeren Süden Österreichs mit 25 Prozent deutlich stärker als etwa im Osten mit 17 Prozent.

Urlaubspläne auf Platz drei
Auf dem dritten Platz im Ranking der geplanten Mehrausgaben liegen 2006 laut Generali-Geldstudie die Urlaubspläne. 20 Prozent wollen sich den Urlaub mehr kosten lassen, und 17 Prozent hegen die Absicht, von ihrem Budget mehr für Freizeitbeschäftigung und Hobbys abzuzweigen.

"Absteiger" des Jahres sind Wohnausgaben: Der Wohn-Bereich belegte im Vorjahres-Ranking mit 21 Prozent den zweiten Platz. 2006 wollen nur noch 14 Prozent dafür mehr hinlegen. 77 Prozent wollen die Ausgaben fürs Wohnen stabil halten.

Jeweils einen Platz gut gemacht haben im Ranking der Mehrausgaben "Sparen für später" und "Altersvorsorge". 19 Prozent möchten 2006 mehr auf die hohe Kante legen, 14 Prozent wollen explizit mehr in ihre Altersvorsorge investieren als 2005. Frauen denken da deutlich stärker an die Zukunft als die Männer. Mehr Sparen ist für 23 Prozent der Frauen angesagt, aber nur für 15 Prozent der Männer. Bei der Altersvorsorge ist der geschlechterspezifische Unterschied in den Augen der Generali-Experten fast ebenso gravierend: Während 16 Prozent der Frauen dafür mehr Geld verplanen, sind es bei den Männern nur 10 Prozent.

Altersvorsorge in jungen Jahren
Durchaus ernst genommen wird Altersvorsorge mittlerweile aber bei jungen Menschen: Der Generali-Geldstudie zufolge ist die Altersgruppe bis 29 Jahren mit 19 Prozent am ehesten bereit, 2006 mehr in die Altersvorsorge zu investieren. Auch hier ein West-Ost-Gefälle: In Westösterreich liegt die Bereitschaft, mehr für die Altersvorsorge auszugeben, bei 16 Prozent, im Osten hingegen nur bei 10 Prozent.

Am stärksten beabsichtigen mit 23 Prozent leitende Angestellte und leitende Beamte für die Zeit nach ihrer aktiven Berufslaufbahn vorzusorgen. "Diese Besserverdiener wollen so offenbar die so genannte Pensionslücke schließen", resümieren die Autoren. Die Pflegevorsorge allerdings ist nach wie vor ein "Mauerblümchen": Nur 6 Prozent der Befragten wollen dafür mehr hinblättern als bisher. (apa)