Popdiva Madonna hat die Zuschauer des US-Football-Finales mit einer überwältigenden Show beeindruckt. Der zwölfminütige Auftritt in der Halbzeit des Super Bowl in Indianapolis begann mit einer Armee römischer Gladiatoren und endete mit einem Plädoyer für den Weltfrieden.
Madonna selbst erschien zunächst als römische Kaiserin mit diamantenbesetzter Krone und gab ihren Hit "Vogue" von 1990 zum Besten. Nach weiteren Songs wie "Music" und "Give Me All Your Luvin'" präsentierte der Superstar zum Schluss "Like A Prayer" von 1989, bevor die erleuchteten Worte "World Peace" (Weltfrieden) vor dem dunklen Spielfeld erschienen und Madonna selbst in einer Rauchwolke verschwand.
Im Internet stieß die Show auf Begeisterung. "Bejubelt die Königin, verbeugt euch, verbeugt euch", schrieb ein Fan über den Kurznachrichtendienst Twitter. Andere nannten die Show die beste in der Geschichte des Super Bowl. Der Kritiker der Zeitschrift "Entertainment Weekly", Ken Tucker, sprach von einer "fröhlichen, unironischen und offenherzigen" Darbietung.
M.I.A. zeigt den Mittelfinger
Für Gesprächsstoff hat neben Madonna aber auch noch eine andere gesorgt. Die britische Sängerin M.I.A., die mit ihrem ausgestreckten Mittelfinger einen kleinen Skandal verursachte. M.I.A., die gemeinsam mit Madonna die neue Single "Give Me All Your Luvin" sang, streckte den Mittelfinger in die Kamera und sang zum Schluss ihrer Zeilen noch: "I don't give a shit" - auch wenn das letzte Wort nicht deutlich zu hören war. Der US-Fernsehsender NBC verpixelte erst kurz nach der Geste von M.I.A. noch das Bild.
Schnell war der Vergleich mit Janet Jacksons "Nipplegate" vor acht Jahren gezogen, als durch einen angeblicher Fehler an ihrem Kostüm kurzzeitig ihre Brust entblößt wurde, und ein Sturm der Entrüstung in den USA folgte. "Unser System war zu spät dran, um die unpassende Geste zu verdecken und wir entschuldigen uns dafür bei unseren Sehern", sagte NBC-Sprecher Christopher MCCloskey. Die National Football League (NFL) warf NBC Fehler bei ihrem Verzögerungssystem vor, das solche Zwischenfälle bei Livesendungen verhindern soll.