Der freie Journalist Gerhard Elfers gibt in "111 Gründe London zu lieben" eine Liebeserklärung an "die großartigste Stadt der Welt" ab. Für NEWS.AT hat er seine Top Zehn Tipps zusammen gefasst.
1. Heimlich trinken
Geheime Bars, sogenannte Speakeasys, sind der neuste Trend in London. Eine davon ist "The Mayor of Scareday Cat Town" ("Der Bürgermeister von Angsthasenhausen"). Wer im Restaurant
Breakfast Club
nach einem Termin beim Mayor fragt, wird durch einen Kühlschrank in die versteckte Bar im Keller geführt. (Artillery Lane)
2. Unheimlich shoppen
The Last Tuesday Society
ist ein Paradies für Gruftis und ein echter kleiner Horrorladen: Jede Menge Ausgestopftes, antike und nicht so antike Erotika, uralte medizinische Instrumente und Tierembryos, die in großen Gläsern vor sich hin schwappen. "Nur mal gucken" kostet zwei Pfund - wer etwas kauft, bekommt den Eintrittspreis erstattet. Nichts für Kids und Leute mit schwachen Nerven! (11 Mare Street)
3. Richtig gruseln
Im
Old Operating Theatre
wird klar, dass es vor 150 Jahren noch viel weniger Spaß gemacht hat, krank zu sein, als heute. Alte medizinische Instrumente und ein Original-Operationssaal aus dem 19. Jahrhundert. Der OP-Tisch lässt Einkerbungen von Sägen erkennen und darunter steht eine Kiste mit der Aufschrift Blood Box. Viel besser als die touristischen Gruselattraktionen, da authentisch. (9a St. Thomas Street)
4. Die City erkunden
Lassen Sie sich zu Fuß durch die kleinen Gassen und Straßen der nur eine Quadratmeile großen "City" treiben: Londons historische Keimzelle, heute der Finanzdistrikt. 2000 Jahre Geschichte, schicke Shops, Museen und urige Pubs, darunter das sehenswerte
Counting House
, die ehemalige Schalterhalle der "Prescott's Bank" von 1893. (50 Cornhill)
5. Locker machen
In den "Inns of Court" kann man wunderbar Mittagspause machen: Füße kühlen im Brunnen des
Fountain Court
, danach Sandwich-Picknick auf gepflegtem Rasen. Währenddessen kann man einen Eindruck von der aktuellen Perückenmode gewinnen: Die Anwälte aus den nahegelegenen Gerichtshöfen haben in den Häusern rundherum ihre Büros. Neben den sagenhaften
Royal Courts of Justice
befindet sich auch die
Temple Church
in der Nähe - die Kirche der Tempelritter. (Fleet Street)
6. Street Art anschauen
Der Osten Londons ist die schönste Freiluftgalerie Europas. Die Picassos der Straße heißen ROA, Eine oder Banksy. Die Brick Lane und der angrenzende Stadtteil Shoreditch sind das Hauptquartier der jungen Sprayer - die Vielfalt der Stile und Formen der oft cleveren Straßenkunstwerke ist umwerfend. Geführte Rundgänge gibt es via
streetartlondon.co.uk
7. In Ruhe Spazierengehen
So still kann London sein: Der alte Treidelpfad am Regent's Canal führt vom quirligen Camden (mit dem berühmten, aber leider nicht mehr so originellen Markt) durch den Regent's Park, mitten durch den Londoner Zoo, vorbei an alten Schleusen bis nach Little Venice, dem romantischen Mini-Hafen der Narrowboats. Durstig? Das
Warwick Castle
ist einer der schöneren Pubs der Gegend. (Warwick Place)
8. Abwarten und Tee trinken
Die stilvollste Teatime verbringt man natürlich im
Claridges
oder im
Ritz
: Klaviermusik, Damastservietten, silberne Teekannen und feinstes Porzellan. Unter 40 Pfund läuft da allerdings nichts - pro Person wohlgemerkt. Und oft sind diese Tempel der Teekultur über Monate im Voraus ausgebucht. Für knapp die Hälfte des Geldes gibt es es einen sehr guten "Afternoon Tea" im
Hotel Russell
, samt Gurkensandwiches, leckeren Scones und knisterndem Kaminfeuer in der holzgetäfelten Tempus-Bar. (Russel Square)
9. London für Eilige
Wenig Zeit, wenig Geld? Sparen Sie sich die teuren Stadtrundfahrten. Mit der regulären Buslinie 11 geht das viel billiger. Einsteigen am Sloane Square oder Victoria, hoch ins Oberdeck und vorbei an
Westminster Cathedral
,
New Scotland Yard
,
Westminster Abbey
,
Parlament
,
Big Ben
,
No. 10
,
Trafalgar Square
,
Royal Courts of Justice
und St. Pauls Cathedral - mehr London für weniger Geld geht wirklich nicht. Achtung: Bei Regen beschlagen die Scheiben! (Abfahrt an der Haltestelle M in der Lower Sloane Street, Richtung Liverpool Street Station)
10. Cool Shoppen
Der Osten leuchtet: Start im
Spitalfield Market
(donnerstags einer der besten Antikmärkte der Stadt), danach durch die
Truman Brewery
. Dort die Augen aufhalten: Fast immmer läuft hier irgendwo ein Sample Sale mit Mega-Schnäppchen. Rechts: Bei
Son of a Stag
wird man von kompetenten Verkäufern bedient, die High-End Streetwear und Jeans von
Edwin
bis
Momotaro
anbieten. Im
Junky
bekommt man komplett recycelte Exzentrikermode. In Höhe der Cheshire Street beginnen die Secondhand-Shops, beispielsweise Kleider im
This Shop Rocks
oder historische Designerware im
House of Vintage
. Wenn man die Bethnal Green Road überquert, lässt es sich schräg links in der Redchurch Street weitershoppen - Londons spannendste Straße.
Gerhard Elfers
111 GRÜNDE, LONDON ZU LIEBEN
Eine Liebeserklärung an die großartigste Stadt der Welt!
10,30 EUR, erschienen im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
