Lkw flüchten vor Autobahn-Maut: Ab sofort Fahrverbote in Tirol, OÖ zieht nach!

GSP-Haider: Oberösterreich folgt Tirols Beispiel Fahrverbote könnten schon Ende Juni in Kraft treten

Hunderte Lkw flüchten vor der Autobahn-Maut auf die Bundesstraßen, sorgen mit Lärm und Gestank für Unmut: Jetzt schiebt Tirol der "Flucht" einen Riegel vor - mit Fahrverboten für Bundesstraßen! Im Tiroler Unterland gilt ab sofort auf der Landesstraße bei Angerberg ein generelles Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. In Kundl gibt es bereits seit Monaten ein Lkw-Fahrverbot. In NÖ sind vor zwei Wochen gleich auf fünf Bundesstraßen Durchfahrtsverbote verhängt worden. Nun führt auch Oberöstereichs SP-Chef Erich Haider das Fahrverbot für Lkw über 3,5-Tonnen ein. Diese könnten schon Ende Juni in Kraft treten.

Das Land Oberösterreich reagiert auf den durch die Lkw-Maut auf den Autobahnen ausgelösten Ausweichverkehr. Für insgesamt 17 Bundesstraßen sollen Fahrverbote für Lkw über 3,5 Tonnen sowie für mitgeführte Anhänger von mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verhängt werden. Ausgenommen ist nur der Ziel- und Quellverkehr. Das kündigte der zuständige Verkehrsreferent der Landesregierung, Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Oberösterreich Rudolf Trauner an.

Haider berichtete, die Fahrverbote, seien das Ergebnis einer von ihm einberufenen Besprechung zwischen den Bezirksverwaltungsbehörden, der Wirtschaftskammer und der Fachabteilungen des Landes und beruhten auf Verkehrszählungen, die einen Zuwachs auf geeigneten Ausweichrouten beweisen würden. Er argumentierte, die geplanten Fahrverbote würden die Bevölkerung vor dem Ausweichverkehr der Mautflüchtlinge schützen und dennoch die heimischen Unternehmen nicht gefährden.

Fahrverbote schon ab Ende Juni?
Haider geht davon aus, dass die Fahrverbote ab etwa Ende Juni gelten dürften. Dann droht Fahrern, die sich nicht daran halten eine Geldstrafe von bis zu 726 Euro. In jedem Bezirk sollte zumindest ein Kontrollparkplatz eingerichtet werden. Durch entsprechend häufige Kontrollen - wobei die Frachtpapiere und zudem auch die Sicherheit etwa der Ladung oder die Lenk- und Ruhezeiten überprüft werden - sollten die Fahrverbote erfolgreich werden. Wenn nicht, dann seien "härtere Maßnahmen" geplant, kündigte Haider an und nannte als Beispiel Nachtfahrverbote.
(apa/red)