Letztes Aufbäumen gegen Schneemassen: Erschöpfte Helfer räumen weiter Dächer ab

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Letztes Aufbäumen gegen Schneemassen: Erschöpfte Helfer räumen weiter Dächer ab

In allen vom Schneechaos betroffenen Gebieten Österreichs schwangen am Dienstag freiwillige Helfer und Einsatzkräfte weiter die Schaufeln: Es galt, tausende vom Einsturz bedrohte Dächer vom Schnee zu befreien, bevor dessen Gewicht durch den angekündigten Wetterumschwung - Regen und höhere Temperaturen - noch anwächst.

In Oberösterreich brauchte Bad Ischl im Bezirk Gmunden nach wie vor die meisten Helfer. Neben der örtlichen Feuerwehr unterstützten 200 Florianijünger aus anderen Gemeinden ihre erschöpften Kollegen. Auch 320 Soldaten kämpften allein in Bad Ischl gegen den Schnee. In ganz Oberösterreich war das Bundesheer mit 1.230 Mann zur Stelle. Am Mittwoch sollen 1.320 Soldaten zum Dienst mit der Schneeschaufel anrücken.

Hunderte Gebäude einsturzgefährdet
Spengler und Zimmerer wurden von ihren Stammfirmen aus der Saisonarbeitslosigkeit zurückgeholt, Leasingkräfte als Helfer eingestellt, Arbeitslose direkt bei Gemeinden kurzfristig beschäftigt. Trotz spürbarer Entspannung galten noch immer hunderte Gebäude als einsturzgefährdet. In St. Oswald (Bezirk Freistadt) gab am Montagabend das 400 Quadratmeter große Dach einer Lagerhalle unter den Schneemassen nach. Glück hatte ein 49-jähriger Bauarbeiter in Klaffer (Bezirk Rohrbach). Der Mann wurde beim Schneeräumen auf dem Dach seines Hauses von einer Dachlawine erfasst. Sein 20-jähriger Sohn konnte ihn unverletzt zu befreien.

Steiermark: Helfer am Ende ihrer Kräfte
Auch im steirischen Oberland waren Helfer und Einsatzkräfte dabei, die Dächer in den besonders betroffenen Gebieten von Bad Aussee und Mariazell freizubekommen. Während man im Wallfahrtsort und der Umgebung ganz gut voran kam, hatte der Ausseer Bürgermeister Otto Marl Sorgen: Die Feuerwehren waren am Ende ihrer Möglichkeiten, an ihrer Stelle kam ein Bundesheer-Kontingent. 65 Mann wurden Richtung Ausseerland in Marsch gesetzt, auch kamen zahlreiche Dachdecker und Spengler - mit der Arbeit in schwindelnder Höhe vertraut - zum Einsatz. Mit rund 1.700 Helfern war immer noch die selbe Anzahl an Kräften im obersteirischen Gnadenort, in Halltal, Gußwerk und St. Sebastian am Werk.

Am Montagnachmittag war ein Niederösterreicher (28) beim Schneeräumen am Jugendzentrum in Landl im Gesäuse (Bezirk Liezen) sechs Meter in die Tiefe gestürzt. Er rutschte durch ein sich lösendes Schneebrett vom Dach und erlitt einen Beckenbruch.

NÖ: Bald weitgehend frei von Schneelast
In Niederösterreich ging der Schneelast-Einsatz ins Finale. Im Bezirk Lilienfeld etwa waren noch um die 150 Objekte und die 3.500 Quadratmeter große Dachfläche einer Firma zu räumen. Im Einsatz standen laut Landeskommando wieder rund 1.500 Freiwillige der Feuerwehren.(apa/red)