Letzter Ausweg im Atomstreit: US-Armee bereitet Angriff auf 'Schurkenstaat' Iran vor

Britische Zeitung veröffentlichte geheime Dokumente<br>Angeblich werden Ziele für den Ernstfall identifiziert PLUS: IAEO entfernt Kameras aus Irans Atomanlagen

US-Militärstrategen arbeiten nach einem Pressebericht an Plänen für einen möglichen Angriff auf den Iran als letzte Option im Atomstreit. Wie die britische Zeitung "Sunday Telegraph" berichtet, identifizieren Planer des US-Zentral- und Strategie-Kommandos Ziele und arbeiten an der Logistik für einen Einsatz. Ein Bericht über die Planungen gehe an das Büro von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, damit es eine militärische Option für den Fall gebe, dass die diplomatischen Bemühungen um die Einstellung der umstrittenen iranischen Atomaktivitäten scheiterten, hieß es weiter.

"Das ist mehr als die Standardeinschätzung der militärischen Eventualitäten", zitierte die Zeitung einen ranghohen Pentagonberater. In den vergangenen Monaten habe das Thema eine "viel größere Dringlichkeit" erhalten.

Iran hält sich vorerst an Atomwaffensperrvertrag
Der Iran will sich vorerst weiter an den Atomwaffensperrvertrag halten. Je nachdem, wie die Entscheidung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach der erneuten Sitzung des Gouverneursrats am 6. März ausfalle, könne Teheran jedoch seine Position überdenken, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Reza Assefi.

Der Atomwaffensperrvertrag sei "ein internationaler Pakt, an den wir uns weiter halten, aber wir können nicht hinnehmen, dass er für politische Zwecke missbraucht wird", fügte Assefi hinzu. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hatte am Samstag indirekt mit der Kündigung des Sperrvertrags gedroht.

Der IAEO-Gouverneursrat hatte den UNO-Sicherheitsrat Anfang Februar zunächst über den Atomstreit mit dem Iran informiert, eine Entscheidung über die formelle Anrufung des Gremiums jedoch bis zu einer weiteren Sitzung des Gouverneursrats am 6. März vertagt. In einer Resolution forderte der Gouverneursrat Teheran auf, seine Urananreicherung zu stoppen.

IAEO entfernt Überwachungskameras aus Atomanlagen
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO hat wie von Teheran gefordert die meisten Überwachungskameras und Siegel aus den iranischen Atomanlagen entfernt. Damit verfüge die IAEO nur noch über die einfachsten Mittel, um das Atomprogramm zu überwachen, hieß es in Wien. Der Iran hatte die IAEO dazu aufgefordert, nachdem der Gouverneursrat der Behörde den UNO-Sicherheitsrat angerufen hatte.

Neues Team von IAEO-Inspektoren in Teheran eingetroffen
Eine neue Gruppe von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ist in der iranischen Hauptstadt Teheran eingetroffen. Sie sollten die Wiederaufnahme der Nuklearforschung überwachen, sagte Parlamentspräsident Gholam-Ali Hadad-Adel am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Irna. Mit der Forschung werde am Sonntag oder Montag wieder begonnen.

Der Iran hatte am 10. Jänner angekündigt, er werde die Forschung zur Urananreicherung wieder aufnehmen. Am 4. Februar, nachdem der IAEO-Gouverneursrat den UN-Sicherheitsrat über den Atomstreit informiert hatte, kündigte Teheran die Urananreicherung in industriellem Umfang an. Zudem will das Land das Zusatzprotokoll des Atomwaffensperrvertrags nicht mehr anwenden, das unangekündigte Kontrollen von Atomanlagen erlaubt.
(apa/red)