Letzte Angebote für Klimt-Bilder möglich: Erben setzen eine Frist bis Ende Februar

Altmann: "Verzückt, wenn Bilder bleiben könnten" KLICKEN: Die Bilder noch einmal zum Anschauen

Wer die fünf zu restituierenden Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere für das österreichische Publikum erhalten will, hat nur noch etwas mehr als zwei Wochen Zeit: "Bis Monatsende ist jeder willkommen, der ein Offert legen möchte", sagt Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann. "Anfang März wird Randy (Anwalt E. Randol Schoenberg, Anm.) nach Wien kommen und die Übernahme der Bilder persönlich betreuen."

Haben die Erben nach dem Entschluss der österreichischen Regierung, in keine näheren Verhandlungen über einen Rückkauf einzutreten, überhaupt noch Interesse daran, die Bilder in Österreich zu lassen? "Wir wären entzückt", versichert Altmann, "vor allem meine Nichte Nelly Auersperg hofft sehr darauf, dass die Bilder in Österreich bleiben. Wissen Sie, ich bin ja nur ein Viertel der Erben, aber wir wären alle sehr interessiert daran. Es ist wirklich nicht unser heißer Wunsch, dass die Bilder alle in die USA gehen. Wer sich interessiert, ist eingeladen, ein Angebot zu machen. Das muss nicht der höchsten der uns vorliegenden Schätzungen entsprechen, aber sich im Bereich dieser Schätzungen bewegen. Es gibt ja keinen Grund, sie herzuschenken. Österreich hat sie viele Jahrzehnte umsonst gehabt."

"Es hätte alles so anders kommen können", sagt Altmann, "Die Regierung hat große Fehler gemacht. Sie hätten sich sehr viel erspart." Einmal mehr verweist sie auf einen Brief ("Ich habe noch die Kopie davon!"), mit dem sie vor sieben Jahren eine freundschaftliche Regelung vorgeschlagen habe, bei der sie angeboten hat, sich für einen weiteren Verbleib des Gold-Porträts in Österreich einzusetzen. "Damals war ich 83, auch kein Backfisch mehr! Aber sie haben nicht einmal die Höflichkeit gehabt, mir zu antworten." Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hatte allerdings erklärt, alle Briefe von Maria Altmann beantwortet zu haben.

Zum Fall das Klimt-Gemäldes "Amalie Zuckerkandl", das neben den Bloch-Bauer-Erben auch von der Familie Müller-Hoffmann beansprucht und mit dem sich das Schiedsgericht demnächst befassen wird, "will ich mich gar nicht äußern", sagt Altmann. "Ich habe die Familie ja noch selbst gekannt, das waren riesig nette Leute. Ich habe weder Beweise, dass man es ihnen geschenkt hat, noch, dass man es ihnen nicht geschenkt hat. Es ist für mich ein großes Fragezeichen." Die Klärung dieser Frage überlasse sie ihrem Anwalt und dem Schiedsgericht.

Bezüglich der beiden derzeit ebenfalls in der Österreichischen Galerie befindlichen Skulpturen des belgischen Bildhauers Georges Minne, die sich im Stiegenhaus des Bloch-Bauer-Palais in der Wiener Elisabethstraße befunden haben sollen, sagt Altmann: "Ich schäme mich direkt. An sie kann ich mich gar nicht erinnern. Sicher waren sie da, aber das ganze Palais meines Onkels war ja so elegant, so voll von Kunstwerken. Ich war erschüttert, als ich bei einem Wien-Besuch den heutigen Zustand des Hauses gesehen habe." Dass sie sich nicht in allen Einzelheiten an die damaligen Bestände erinnern könne, sei aber wohl verständlich, meint Maria Altmann: "Als ich damals von Wien weg bin, war ich 21 und mein Mann war im KZ..."

Sowohl bei den Skulpturen als auch beim Palais rechnet sie ebenfalls mit Restituierungen: "Ich habe das nicht verfolgt, darum kümmert sich Randy. Aber die Umstände sind natürlich genau dieselben wie bei den Klimt-Bildern." (apa/red)